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Parlamentsbesuch in Quito

Am 8. Mai haben wir die Gelegenheit gehabt gemeinsam das ecuadorianische Parlament in Quito zu besuchen. Morgens waren wir schon aufgeregt und gespannt und machten uns auf den Weg zum Parlament. Dort angekommen war es erstmal gar nicht so leicht sich zurechtzufinden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren streng und Einlass gab es nur nach Voranmeldung. Umso dankbarer waren wir, der Ecuador Connection, die den Besuch organsiert hatte und uns einen reibungslosen Einlass ermöglichte.

Unmittelbar wurden wir auch von zwei freundlichen Ecuadorianern in Empfang genommen, die uns den Tag über herumführen sollten. Los ging es mit einem Rundgang von außen um das Gebäude. Hier war besonders interessant, wie an dem doch ziemlich pompösen Gebäude in einem riesigen steinernen Relief die verschiedenen Phasen in der Geschichte Ecuadors interpretiert werden. Von indigenen Wurzeln hin zur spanischen Kolonisierung bis zur Unabhängigkeit.

Im Inneren des Parlaments besichtigten wir zuerst zwei Säle aus der Zeit, als Ecuador noch ein Zweikammersystem hatte. Auch hier spiegelten Kunstwerke die Identität des Landes wider. Wir durften sogar auf den Plätzen Platz nehmen und uns kurz wie echte Abgeordnete fühlen.

Auf dem Weg zum Hauptsaal konnten wir dann noch eine Replik der ursprünglichen Verfassung bestaunen sowie Portraits historisch relevanter Persönlichkeiten. Unter anderem wurde die Geschichte von Matilde Hidalgo Navarro nacherzählt: Sie war die erste Frau, die in Ecuador einen höheren Schulabschluss erreichte, ein Medizinstudium abschloss und ihre Stimme bei den Präsidentschaftswahlen abgab. Damit ist sie eine enorm wichtige Figur in der ecuadorianischen Frauenrechtsbewegung und in Ecuadors Weg hin zu Gleichberechtigung. Im Hauptsaal des Parlaments konnten wir uns dann auf die Plätze von echten Abgeordneten setzen, die mit Namensschildern markiert waren und die Kulisse bestaunen. Direkt hinter dem Parlamentspräsidenten erstreckt sich ein riesiges Wandgemälde eines lokalen Künstlers, dass die Kultur und Geschichte des Landes abstrakt reflektiert. Besonders spannend fanden wir die kritische Auseinandersetzung mit dem Einfluss der USA: Eine düstere, an Darth Vader erinnernde Figur trägt dort die Aufschrift „CIA“. Diese allgegenwärtige Nutzung von Kunst, um die eigene Identität kritisch zu hinterfragen, hat uns wirklich beeindruckt.

Nach der Führung war das Programm jedoch noch nicht vorbei: Im Staatsarchiv wartete ein Workshop auf uns. Für den Workshop hatten wir alle kleine Vorträge vorbereitet; unter anderem zum Beispiel über die Inkas in Ecuador, Ecuadors Geografie oder die Vielfalt an gesprochenen Sprachen. Insgesamt war der Workshop sehr gelungen und wir konnten sehr viel von Betsy, der Leiterin des Workshops, und voneinander lernen. Da der entwicklungspolitische „weltwärts“-Freiwilligendienst als Lerndienst konzipiert ist und vom kulturellen Austausch lebt, war dieser tiefe Einblick in unser Gastland sehr wertvoll. Schließlich ist es genau unsere Aufgabe, diese neuen Perspektiven und Erfahrungen nach unserer Rückkehr mit nach Deutschland zu nehmen.

 

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