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Ankunft in Ecuador

Am 2. Januar 2026 begann meine Reise nach Ecuador. Gemeinsam mit Simon startete ich am späten Nachmittag vom Flughafen in Frankfurt aus. Der erste Flug führte uns zunächst nach Madrid, bevor wir von dort aus weiter in Richtung Quito flogen. Am Anfang gab es etwas Komplikationen mit dem Flug, da wir ab Madrid nur auf Stand-by gebucht waren, aber da wir es rechtzeitig geschafft hatten für uns einen Online Check-in zu machen, haben wir unseren Platz noch bekommen! Nach einer langen Nacht über den Atlantik landeten wir am 3. Januar um fünf Uhr morgens in Quito. 

Noch etwas erschöpft, aber voller Vorfreude, wurden wir am Flughafen von Diego (einem Ecuadorianer, der mit der Econ zusammenarbeitet) empfangen. Von dort aus ging es direkt weiter zu Mirco, einem weiteren Freiwilligen. Am ersten Tag sind wir ins Zentrum von Quito gefahren, um ein paar Eindrücke zu sammeln. Die ersten drei Tage verbrachten wir auch dort, es war eine Mischung aus Ankommen, Organisieren und Entdecken. Neben ersten Eindrücken der Stadt standen auch wichtige organisatorische Aufgaben und Papierkram auf dem Programm, wie zum Beispiel eine Cedular für Simon zu beantragen – leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mal ein Visum, welches ich glücklicherweise am selben Abend bekommen habe. Diese Tage halfen uns, langsam im neuen Alltag Fuß zu fassen und uns an die Höhe zu gewöhnen, da wir hier viel höher liegen als in Deutschland.  

 

Erste Woche in Ibarra 

Nach den ersten Tagen in der Hauptstadt ging es für Simon und mich weiter nach Ibarra. Dort sind wir ca. 3 Stunden lang mit dem Bus hingefahren. Ich bin sehr froh, dass ich dies alles nicht alleine machen musste und immer Simon an meiner Seite hatte und auch noch habe. Alle meine Mitbewohnerinnen waren bereits im Arbeitsalltag angekommen, sodass wir uns tagsüber kaum sahen. Umso dankbarer war ich, dass Tabita sich Zeit nahm, uns die Stadt zu zeigen und uns in die Abläufe vor Ort zu erklären. 

Bereits am ersten Tag besuchten wir den lokalen Markt und die Stadt. In den nächsten Tagen besuchten wir die Casas (Waisenheime), in denen unsere Mitbewohnerinnen arbeiten, um zu sehen, wie dieser Tagesablauf ist. Dort bekamen wir erste Einblicke in die soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, was zu unserem Vorteil war, denn einige dieser Kinder gehen bei uns zur Schule und hatten dadurch schon unser Vertrauen gewonnen, da sie uns bereits aus ihrem Zuhause kannten. 

 

Start in der Schule

In der darauffolgenden Woche begann meine Arbeit an der Schule. Gemeinsam mit Wilson, unserem stellv. Schulleiter, organisierten wir zunächst unsere Abläufe, wie zum Beispiel unseren Stundenplan. Schnell wurde mir klar, dass der Alltag sich hier deutlich von dem unterscheidet, was ich in Deutschland aus meiner Schulzeit kenne. 

Simon und ich sind für den Englischunterricht zuständig. Zusätzlich leitet jeder von uns eine eigene AG, hier auch „Club“ genannt. Zu Beginn waren wir in allen Arbeitsgemeinschaften, um einen Überblick zu bekommen. Simon übernahm schließlich die Musik-AG, während ich ursprünglich die Fußball-AG betreuen sollte. Da der Fußballplatz jedoch noch nicht fertig gebaut ist, leite ich nun die Basketball-AG, eine Aufgabe, die mir überraschend viel Freude bereitet. Ich denke, das liegt daran, dass mein Papa lange Zeit Trainer im Fußballverein war, und ich viel mitbekommen habe, wie man Sport mit Kindern und Jugendlichen leitet. 

Obwohl ich selbst kein Basketball spiele, habe ich mich etwas in die Regeln eingearbeitet. Die AG dauert zwei Stunden am Nachmittag (von 14 bis 16 Uhr), weshalb ich meist mit einem Workout beginne. Der Englischunterricht selbst ist kreativ gestaltet. Wir schreiben Tafelbilder, denken uns kleine Spiele aus oder arbeiten mit Liedern, wie „Head, Shoulders, Knees and Toes“ um den Kindern den Zugang zur Sprache zu erleichtern.  

Besonders berührt mich das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Hier ist es nach meinem Gefühl deutlich herzlicher und persönlicher. Die Lehrkräfte werden mit „Profé“ (für Professor) oder in unserem Fall „Teacher“ angesprochen. Nachnamen spielen keine große Rolle, stattdessen steht die persönliche Beziehung im Vordergrund. Umarmungen gehören für viele Kinder selbstverständlich dazu, und Gespräche finden oft auf einer sehr offenen Ebene statt. Diese Nähe empfinde ich als sehr bereichernd und ich denke, dass es die Lern-Atmosphäre positiv beeinflusst.  

 

Leben in der WG 

Das Leben in der sechsköpfigen WG ist für mich eine große Umstellung. Als Einzelkind war ich es gewohnt, viel Raum für mich allein zu haben. Nun teile ich mir ein Zimmer und ein Bad mit meiner Mitbewohnerin Tabita. Doch statt einer Belastung empfinde ich diese Veränderung eher als Gewinn, da ich gerne von vielen Menschen umgeben bin. 

Gemeinsames Kochen, lange Gespräche am Abend und der Austausch über unsere Arbeit gehören inzwischen fest zu unserem Alltag. Dafür bin ich sehr dankbar. Besonders wertvoll ist es, dass Simon und ich viele Erlebnisse teilen und uns regelmäßig über unsere Erfahrungen mit den Kindern austauschen. Vor allem, da wir uns auch öfters Klassen teilen und dort gemeinsam unterrichten. Natürlich reden wir auch über die Arbeit der anderen 4, um so besser, dass wir einige Kinder bereits aus ihrer Arbeit kennen. 

Neben der Arbeit bleibt natürlich auch Zeit für Freizeitaktivitäten. Wir besuchen einen Salsa-Kurs und ich plane gerade gemeinsam mit den anderen boxen zu gehen, zudem unternehmen wir auch gemeinsame Ausflüge in die Umgebung, unter anderem nach Otavalo. Diese gemeinsamen Erlebnisse stärken unser Zusammengehörigkeitsgefühl.  

 

Zwischenseminar 

Ein persönliches Highlight in meiner kurzen Zeit hier war das Zwischenseminar. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt erst anderthalb Monate in Ecuador war und das Gefühl hatte, noch nicht allzu viel berichten zu können wie die anderen, war die gemeinsame Reflexion sehr wertvoll. 

Ein prägender Bestandteil war eine Temazcal-Zeremonie (eine traditionelle Schwitzhütten-Zeremonie). Für mich war dies eine völlig neue Erfahrung, auch wenn sie nicht ganz positiv war, da ich zuvor weder eine Sauna besucht noch an einer vergleichbaren Zeremonie teilgenommen hatte, noch jemals in meinem Leben Tabak konsumiert habe. Die Mischung aus Hitze, Kräutern, Tabak und dem Ritual waren intensiv und herausfordernd. Auch wenn ich sie persönlich nicht besonders gut vertragen habe, war sie dennoch eine bereichernde Erfahrung. 

Darüber hinaus verbrachten wir viel Zeit miteinander, spielten, führten Gespräche und tauschten uns mit den anderen Freiwilligen aus. Die Unterschiede zwischen uns waren massiv, denn zwei Freiwillige, die ihr Jahr verlängert hatten, waren bereits 1,5 Jahre hier und ich gerade mal einen Monat. Trotz alledem haben wir uns alle prima verstanden und haben uns auch bereits vorher privat getroffen. Auch die Teamer Jonathan und Raquel sind sehr nett und wir haben uns gut mit ihnen verstanden.

 

Fazit: Ein gelungener Start 

Rückblickend waren meine ersten Wochen in Ecuador intensiv, etwas überfordernd und zugleich unglaublich schön. Zwischen organisatorischem Ankommen, neuen Aufgaben in der Schule, dem Leben in einer großen WG und gemeinsamen Erlebnissen mit anderen Freiwilligen ist bereits viel passiert, für die kurze Zeit, in der ich hier bin. 

Ich habe mich gut eingelebt, fühle mich in meiner Arbeit angekommen und freue mich auf die kommenden Monate, auf weitere Begegnungen, neue Erfahrungen und viele gemeinsame Momente mit den Kindern, meinen Mitbewohnerinnen und Simon sowie den anderen Freiwilligen und anderen Freunden, die ich hier gefunden habe. 

 

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