Von zu Hause nach Hause
Nun ist es also soweit: In weniger als zwei Wochen werde ich wieder zurück nach Deutschland fliegen. Mein Rückflug war immer so ein weit entferntes Ereignis, aber jetzt langsam realisiere ich, dass mir jetzt nur noch sehr wenig Zeit in Ecuador verbleibt. Meinen Koffer habe ich schon aus meinem Schrank gezerrt, meine Bilder habe ich von der Wand genommen und irgendwie fängt alles an, sich so fremd zu fühlen. Wenn ich an meinen Rückflug denke, dann bin ich in erster Linie sehr gestresst. Ich habe das Gefühl noch so viel erledigen und machen zu müssen. Am Ende ist das aber glaube ich immer so, dass man das Gefühl hat, nicht genug Zeit zu haben.
Trotzdem sich alles so surreal anfühlt und ich gar nicht richtig begreifen kann, dass ich nun so bald wieder in Deutschland sein werde, versuche ich die Zeit so gut es geht zu genießen. Ein letztes Mal zur Arbeit fahren, ein letztes Mal die Kinder in Ibarra besuchen, ein letztes Mal Encebollado essen gehen, ein letztes Mal ins Lieblingscafé gehen, ein letztes Mal die Straßen Quitos entlanglaufen, ein letztes Mal die wunderschöne Berglandschaft bewundern und ein letztes Mal mich mit den Menschen verabreden, die mir mittlerweile so wichtig geworden sind. In letzter Zeit denke ich sehr oft über die Zeit kurz vor meiner Ausreise nach Ecuador nach. Es ist faszinierend, darüber nachzudenken, wie viel sich seitdem verändert hat: wie viel ich erlebt, gesehen, gelernt und über mich selbst herausgefunden habe. Wie viele bewundernswerte Menschen ich kennenlernen durfte und welche wichtigen Freundschaften ich geschlossen habe. Wie ein mir zuvor völlig unbekanntes Land zu meinem Zuhause geworden ist. Ich bin unglaublich dankbar darüber, wie diese anderthalb Jahre verlaufen sind.
Auch wenn es mir jetzt unglaublich schwerfällt, Ecuador zu verlassen, weiß ich, dass mir dieses Land so viel gegeben hat und ich unglaublich dankbar für die Zeit bin, die ich hier verbringen durfte.
Danke für alles Ecuador, Danke an die Fundación Cristo de la Calle und an die Fundación Campamento Cristiano Esperanza, dass sie mich so lieb aufgenommen haben und Dankeschön liebe ECOn, dass ihr mich immer begleitet habt.



















