✉ info@ecuador-connection.org

☎ (+49) 160/92 56 37 58

Instagram @ecuador_connection

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Angekommen in Ecuador

Ort: Ibarra, Ecuador

Als wir in Ecuador, und nach ein paar Tagen auch in Ibarra, ankamen, waren wir zunächst völlig überwältigt und erschöpft. Die lange Reise von Deutschland über Spanien und schlussendlich nach Ecuador hat sich doch bei uns (mir und meiner Mitfreiwilligen Elena) bemerkbar gemacht. Die erste Woche in Ibarra waren wir beide Krank. Doch langsam haben wir uns in unser neues Leben eingefunden.

Da wir beide zunächst noch kein Visum hatten und nur als Touristen eingereist waren, durften wir anfangs noch nicht arbeiten. Unser Alltag bestand daher daraus, Spanischunterricht zu nehmen, beim Markt einkaufen zu gehen und die Stadt zu erkunden. Wir machten an den Wochenenden kleine Ausflüge zur benachbarten Stadt Otavalo, zum See Yahuarcocha oder zum Arcángel San Miguel, die Statue des Schutzpatronen der Stadt, die auf einem kleinen Hügel steht.

Nach ein paar Tagen lernten wir auch die verschieden Häuser, sowie die Kinder, die dort lebten und die Educadoras, die dort arbeiteten, jeweils bei einem Mittagessen kennen. Nach den drei Tagen haben wir ausgelost in welchem der Casas wir schlussendlich arbeiten werden. Ich bin im Casa los Ceibos gelandet, in einer sehr sicheren und belebten Nachbarschaft.

Aufgrund meines fehlenden Visums durfte ich jedoch immer noch nicht arbeiten. Daher ging ich anfangs nur ab und zu in meiner Freizeit zum Casa. Dabei lernte ich die Abläufe im Casa, sowie die Kinder und die Educadoras besser kennen. Dies erleichterte mir später auch den Einstieg, als ich anfing zu arbeiten. Häufig kam ich nachmittags, um mit den Kindern zu spielen und bei den Hausaufgaben zu helfen, oder abends, um die Kinder bettfertig zu machen und beim Abendbrot zu helfen. Ich war erstaunt, wie schnell ich mich in Ecuador und meinen neuen Alltag eingefunden habe und wie schnell mir alle hier ans Herz gewachsen sind.

Doch gerade, als wir uns an unseren Alltag gewöhnt haben, kam die nächste große Veränderung. Als Protestaktion gegen das Aussetzen von Diesel-Subventionen, was vor allem die arme ländliche Bevölkerung Ecuadors sehr schwer getroffen hat, rief die indigene Gemeinschaft den sogenannten Paro aus. Einen Generalstreik der das Land zu der Zeit sehr veränderte.

Die Situation vor Ort ließ sich folgendermaßen beschreiben: Es kam zu wiederholten Protesten — teils friedlich, teils auch gewaltsamer — und immer wieder wurden Straßen blockiert. Der öffentliche Nahverkehr war eingeschränkt und es fuhren deutlich weniger Busse. Ibarra war zeitweise gänzlich durch Barrikaden abgeschottet, sodass ein Verlassen der Stadt kaum möglich war. Zudem gab es Ausgangssperren, die es verboten zwischen 10.00 Uhr nachts und 05.00 Uhr morgens draußen zu sein. Die Ungewissheit der Situation erzeugte zwar zunächst Unsicherheit und Sorge bei uns, jedoch bekamen wir schlussendlich nur wenig von der Situation mit.

Eine der spürbarsten Auswirkungen waren die Schulschließungen. Die Educadoras mussten zusätzliche Aufgaben übernehmen und das Homeschooling organisieren. Das bedeutete eine deutliche Mehrbelastung — mehr Planung, mehr Betreuung und weniger Pausen. Daher wurde auch ich schon im Homeschooling mit eingespannt. Trotz noch eingeschränkter Spanischkenntnisse saß ich an einigen Tagen in Videokonferenzen mit den Kindern und übte mit ihnen Mathe, Schreiben und auch Englisch.

Zudem war die Versorgungslage anfangs sehr ungewiss. Durch die eingeschränkte Mobilität, musste auch mit Versorgungsengpässen gerechnet werden. Also stockten wir mit Reis, Nudeln und anderen lang haltbaren Lebensmittel unseren Vorrat auf. Es gab Momente, in denen die Knappheit spürbar war: leere Regale im Supermarkt und eine Preissteigerung bei Früchten und Gemüse auf dem Markt. Es waren jedoch zu jeder Zeit genügend Lebensmittel vorhanden, somit waren die Einkäufe reine Vorsichtsmaßnahme.

Die größere Herausforderung war, an aktuelle Informationen zu kommen. Es gab keine deutsche Berichterstattung und unsere Spanischkenntnisse reichten nicht aus, um die Lage vollständig einzuordnen. Unser Mentor vor Ort war hier eine große Hilfe. Er hat uns regelmäßig informiert und die aktuelle Lage mit der Vergangenheit des Landes in Verbindung gebracht. So wurden wir Ende Oktober auch über das Ende des Paros informiert. Die Barrikaden wurden abgebaut und alle Busse fuhren wieder. Auch die Kinder in den Casas gingen zurück in die Schule und der normale Alltag setzte erneut ein.

Anfang November bekam ich dann auch endlich mein Visum, was mir einige Sorgen nahm. Mein Touristenvisum lief Ende November ab und ohne Visum hätte ich ausreisen und somit meinen Freiwilligendienst abbrechen müssen. Aber vor allem hieß es auch, dass ich anfing, 8 Stunden zu arbeiten. Der Umstieg fiel mir eher leicht, da ich bereits mit den Abläufen im Casa vertraut war. Nun durfte ich die Kinder auch außerhalb des Casas betreuen und begleiten. So lernte ich alle Schulen kennen und die Wege zu den Therapien der Kinder.  Mittlerweile habe ich mich vollständig eingearbeitet und genieße die Arbeit, obwohl sie sehr anstrengend ist.

Zudem kamen Mitte November zwei neue Freiwillige an. Tabita und Antonia leben mittlerweile seit zwei Wochen bei uns und haben sich gut bei uns eingelebt. Das Leben in einer WG ist eine Umstellung für uns alle. Wir alle haben gerade erst Abi gemacht und lebten währenddessen bei unseren Eltern. Nun sind wir alle viel mehr als vorher für alltägliche Aufgaben, kleine Reparaturen und unsere Versorgung verantwortlich. Doch Trotz der Veränderung leben wir sehr gerne miteinander. Der Austausch über die Arbeit, unsere Sprachbarrieren und unseren Alltag hat uns schon jetzt sehr eng zusammengeschweißt. Wir verbringen viele Nachmittage und das Wochenende zusammen und freuen uns gemeinsam auf das, was wir hier noch erleben werden.

 

Logo weltwaerts

QuifdLogo