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#weltwärts verändert

#weltwärts verändert – 10 Jahre weltwärts

Unter diesem Motto feierten am 15. September an die 1000 Menschen im Berliner Congress Center das 10jährige Bestehen von weltwärts, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, welcher durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2008 gegründet wurde und gefördert wird. Zur Jubiläumsfeier waren alle weltwärts-Akteur*innen geladen, also Vertreter*innen des BMZ, verschiedene Interessenverbünde, Initiativen ehemaliger weltwärts-Freiwilliger, Partnerorganisationen, ehemalige und aktive Freiwillige aus Deutschland und den Partnerländern und natürlich die Entsendeorganisationen. Somit hat auch die Ecuador Connection e.V. diese Veranstaltung nicht verpasst. Dieser Bericht soll dazu dienen unsere Eindrücke der Jubiläumsfeier zu schildern, zu erläutern was überhaupt gefeiert wurde und die Diskussion über Veränderungen im weltwärts-Programm wiederzugeben.

Foto:Engagement Global/Inga Kjer
Foto: Engagement Global/Inga Kjer

Beginnen wir mit der Frage danach, was gefeiert wurde. Neben der Tatsache, dass es das weltwärts-Programm seit 10 Jahren gibt, wurde gefeiert, dass seit 2008 circa 35 000 junge Menschen, also 3 500 pro Jahr, aus Deutschland ausgereist sind, um sich in Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien zu engagieren. Ein weiterer Grund zum feiern war die Erweiterung weltwärts‘ um die Süd-Nord Komponente im Jahr 2013. Seitdem haben auch junge Erwachsene aus dem Globalen Süden die Möglichkeit einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Deutschland zu leisten. Eine Möglichkeit, die jährlich von ungefähr 600 jungen Menschen wahrgenommen werden kann. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen jedoch die Erfahrungen, die die Freiwilligen aus Deutschland und den Partnerländern während eines Freiwilligendienstes sammeln, die ihre Leben nachhaltig verändern und prägen und durch Engagement über den weltwärts-Dienst hinaus auch eine gesellschaftliche Wirkung entfalten können.  

Bevor jedoch alle Meilensteine, Errungenschaften, Perspektiven und Kritik im nachmittags bevorstehenden Festakt thematisiert wurden, hatten die Gäste der Jubiläumsfeier am Vormittag die Möglichkeit verschiedenste Workshops, Vorträge, Podiumsdiskussionen oder Planspiele zu Themen rund um weltwärts, freiwilliges Engagement und Nachhaltigkeit zu besuchen.  Ich persönlich empfand die Podiumsdiskussion zum Thema „Wie weiter mit weltwärts?“ am interessantesten, sie war inhaltlich jedoch den Reden und Diskussionen des Festaktes sehr ähnlich, weshalb ich direkt zum Bericht über den Festakt übergehe.

Foto:Engagement Global/Felix Zahn Foto:Engagement Global/Felix Zahn
Fotos: Engagement Global/Felix Zahn

Zu Beginn dieses Teils der Jubiläumsfeier wurde eine Videobotschaft des Bundesentwicklungsministers Dr. Gerd Müller gezeigt, in der er sich bei allen Mitwirkenden des weltwärts-Programmes bedankte und bekannt gab, dass eines seiner Ziele sei, die Zahl der Ausreisenden in den kommenden zehn Jahren zu verdoppeln. Daraufhin folgte eine Rede des Staatssekretärs Norbert Barthle, der der Veranstaltung als Vertreter des Ministers beiwohnte. Auch er lobte die bisherigen Entwicklungen des Programms und sprach ebenfalls von einem Ausbau, der, so Barthle, bis hin zur Einführung eines verpflichtenden entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes führen könnte. Eine Idee, die durchaus kritisch betrachtet werden sollte. Den Redenreigen beendete Esther Henning, die Koordinatorin der zivilgesellschaftlichen Vertretung der Interessenverbünde im Programmsteuerungsausschuss des Gemeinschaftswerkes weltwärts. Henning betonte, dass der Erfolg des weltwärts-Programms bei den Trägern zu verorten sei, welche durch langjährige Erfahrung in der Entsendung von Freiwilligen und der Zusammenarbeit mit ihren Partnern die Umsetzung des Freiwilligendienstes erst möglich machten. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Arbeit der Entsendeorganisationen durch ansteigenden bürokratischen Aufwand und die Zunahme an Vorschriften seitens Engagement Global und weltwärts erschwert, gar behindert würden, sodass einige Träger ihre Arbeit als Entsendeorganisation bereits einstellen mussten. Weiter sprach sie sich für den Ausbau der Süd-Nord-Komponente aus, da es angesichts der deutschen Ausreisezahlen und der ausländischen Einreisezahlen (s.o.) ein großes Ungleichgewicht gäbe. Henning merkte an, dass nicht alle Einsatzplätze, die im Süd-Nord-Programm vorgesehen sind besetzt werden könnten, da sich die Deutschen Botschaften in der Partnerländern bei der Visavergabe teilweise nicht kooperativ zeigten und Anträge ablehnten, obwohl die jungen Erwachsenen bereits von einer Organisation ausgewählt wurden. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde dieses Thema wieder aufgegriffen und eine Stellungnahme des anwesenden Staatssekretärs erbeten, wie dieses Problem gelöst werden könne. Naheliegend wäre, dass das Auswärtige Amt sich dieser Angelegenheit annähme. Nach einigem hin und her, kam es jedoch zu keiner eindeutigen Aussage von Seiten des Staatssekretärs. Ein weiteres Diskussionsthema stellte die Frage nach der Rückkehrerarbeit dar. Sowohl für Nord-Süd-, als auch für Süd-Nord-Freiwillige, müssten die Angebote ausgebaut werden, damit der weltwärts-Freiwilligendienst und die daraus resultierende Bereitschaft sich weiter zu engagieren nicht mit dem Rückkehrerseminar beendet seien.

Foto:Engagement Global/Inga Kjer Foto:Engagement Global/Inga Kjer
Fotos: Engagement Global/Inga Kjer

Insgesamt wurden viele Themen und Bereiche angesprochen, in denen Veränderungen vorzunehmen sind. Wie diese Veränderungen konkret aussehen, konnte im Rahmen der weltwärts-Jubiläumsfeier jedoch nicht geklärt werden. Alle weltwärts-Aktuer*innen wurden aber eingeladen sich an der Erarbeitung der Veränderungsmöglichkeiten zu beteiligen. 

Für einen emotionalen Abschluss des Festaktes sorgte der Auftritt des Berliner Straßenchores. Anschließend konnten die Teilnehmenden des Jubiläums bei Sekt, Häppchen und bolivianischer Musik ins Gespräch kommen. Gegen Ende der Veranstaltung befand sich der Großteil der Anwesenden auf der Tanzfläche. So ließ eine tanzende und bunte Gruppe von Weltwärtslern aus verschiedenen Ländern und Kontinenten stammend, zu Andenklängen den Tag ausklingen. Diese letzten Momente des Tages zeigten, dass ein Programm wie weltwärts es ist, trotz bestehender Schwächen, die Stärke hat zu verändern. Durch interkulturelle Begegnungen und dadurch angeregtes Lernen, können Ängste und Vorurteile anderen Menschen und Kulturen gegenüber ab- und Toleranz für Andersartigkeit aufgebaut werden.

Maria Valtchuk

Maria