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Viola - 4. Bericht

Eine Erinnerung

5:30 Uhr
Noch ist es dunkel, ich höre Hunde im Hof bellen, ein Auto rast durch die Straßen, die ersten Türen fallen in ihre Schlösser.

6:00Uhr
Die Sonne geht auf und innerhalb kürzester Zeit werden die Schatten zu Bäumen und Häusern.
Es kommt Bewegung auf die Straßen.
Die Bremsen der Busse quietschen, Abgase mischen sich unter die Luft, als hätten auch sie sich über Nacht ausgeruht.

6:30 Uhr
Als würde man einen Film schnell abspielen lassen.
Kinder auf dem Weg zur Schule, Erwachsene auf dem Weg zu Arbeit.
Taxen. Busse. Taxen. Busse.
Gespräche füllen die Luft, Schlangen an den Bäckereien und Obstständen.

7:00 Uhr
Lautes Lachen, die Kinder warten vor dem Schultor.
Verkäufer rufen zu ihren Straßenständen.
Ein neuer Tag hat für sie begonnen.

7:30 Uhr
Die Sonne gibt die erste Wärme ab und die Kühle der Nacht verfliegt - die wahrscheinlich magischsten Stunden des Tages.

Ecuador, so bleibst du mir in Erinnerung.

„Vermisst du Ecuador?“
Das ist wahrscheinlich die häufigste Frage, die mir im Moment gestellt wird, wenn ich jemandem auf der Straße begegne, der mich seit meiner Rückkehr noch nicht wiedergesehen hat.
Nach meiner Bejahung folgt meistens die Frage:
„Wärst du noch gerne länger geblieben?“
Ich frage mich oft, wie die letzten 4 Monate noch verlaufen wären und gleichzeitig fühlt sich der Aufenthalt schon wieder so weit entfernt an.
Ich habe in den 8 Monaten unglaublich viel gelernt und bin dankbar für jede Erfahrung, die ich machen konnte. Selbst oder gerade aus den letzten Wochen in Ecuador habe ich viel mitgenommen.

Am liebsten erinnere ich mich an diese Schlüsselmomente, in denen einem etwas bewusst geworden ist, was die ganze Zeit auf der Hand lag oder komplett unerwartet kam. In diesen Momenten hat man so ein überschwemmendes Gefühl, das mit der Erinnerung hängen bleibt.

Die Freude, als eines der Babys meinen Namen als sein erstes Wort gesagt hat.
Die Wut, als ein Kind in der Schule Witze darüber gemacht hat, dass eines meiner Kids keine Eltern mehr hat.
Die Traurigkeit, als ich den Kindern erklären musste, warum ich nach Hause muss.
Die Frustration, als ich meine Meinung sagen wollte, aber die Worte auf Spanisch nicht wusste.
Die Vertrautheit, als ich realisiert habe, dass die Wohnung und die WG mein Zuhause sind.
Die Angst, als ich dachte, dass ein Kind abgehauen wäre.
Die Aufregung, als ich das erste Mal Fuß auf den ecuadorianischen Boden gesetzt habe.

Also falls ich immer noch in Ecuador wäre, hätte ich vielleicht andere Schlüsselerlebnisse gehabt oder andere Erinnerungen zu diesen Gefühlen zugeteilt. Im Endeffekt sind die 4 Monate vielleicht eine verlorene Zeit, aber ich werde nie wissen, wie sie meine Erfahrung verändert hätten, vielleicht sogar so sehr, dass mir mein Freiwilligendienst  negativ in Erinnerung geblieben wäre.
So gerne ich also wieder zurückginge, bin ich auch froh, dass meine Erfahrungen genau die sind, die ich mitgenommen habe.

 

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