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Tamara - 4. Bericht

tamara

Abschlussbericht

„In diesem Auslandsjahr wirst du richtig viel lernen.“

„Der Freiwilligendienst wird dich so unglaublich bereichern.“

„Danach wirst du wahrscheinlich ein ganz anderer Mensch sein.“

Diese oder so ähnliche Aussagen habe ich vor meiner Abreise immer wieder gehört, sei es von Freunden, meiner Familie oder ehemaligen Freiwilligen. Und ich habe es geglaubt, wirklich! Aber diese Aussagen wurden nie konkreter. Immer hieß es „viel“ und „einiges“, aber was genau wird man denn da so lernen. Ein paar Dinge sind mir im Vorhinein natürlich schon eingefallen, aber ich hatte das Gefühl, dass das noch lange nicht alles sein wird. Natürlich ist das bei jedem auch ganz individuell, denn jeder hat einen anderen Ausgangsstandpunkt, einen anderen Charakter und macht andere Erfahrungen, aber ich war so unglaublich neugierig auf das was dieses Jahr für mich bereithielt. Deshalb hatte ich mir fest vorgenommen während des gesamten Aufenthalts in Ecuador mich selbst ein bisschen zu beobachten und immer wieder zu reflektieren, was ich schon alles neu dazu gelernt habe. Hier also nun meine ganz persönlichen Erkenntnisse:

  1. Kreativität und Problemlösung

Das ist eine der Sachen, die ich im Voraus nicht geahnt hatte, aber das war tatsächlich eines der ersten Dinge, die ich in Ecuador gelernt habe. Früher habe ich immer gedacht ich bin einfach nicht kreativ. Natürlich gibt es verschiedene Arten und Formen von Kreativität und jeder definiert es wahrscheinlich auch ein bisschen anders, aber ich war einfach nie diejenige, die die coolen Ideen hatte. Ich hatte nie die schönsten Ideen im Kunstunterricht (vielleicht war ich deshalb nie ein Freund dieses Faches in der Schule) und nie die kreativsten Umsetzungsideen. Ich hatte mich schon fast damit abgefunden, doch dann kam ich nach Ecuador. Schnell merkte ich, dass das Leben dort ganz anders ist, nicht unbedingt schlechter, aber meistens einfacher. Hier mal ein paar Beispiele: Schon gleich in Quito merkte ich, dass die Steckdosen in Ecuador nicht die stabilsten sind und wenn man dann auch noch einen schweren Adapter plus Ladegerät hat, wird das ganze schnell wackelig und man kann nichts mehr daran laden. Also klemmte ich kurzerhand meine Wasserflasche und ein paar andere Gegenstände, die ich so fand, unter das Ladegerät um es zu stabilisieren. Nur ein paar Tage später kamen wir in unserer WG in Ibarra an und merkten schnell, dass die Fenster dort nicht wirklich gut abgedichtet sind und bei leichtem Wind sehr laut schepperten. Also griff ich zu meinen Taschentüchern und versuchte sie damit abzudichten. Dadurch, dass wir die Fenster aber ständig auf- und zumachten, war es jetzt nicht die beste Lösung, aber ich war kreativ und sagen wir es mal so: irgendwann gewöhnt man sich an alles. Eines meiner größten Erfolge war aber definitiv das Einbrechen in das Zimmer meiner Mitbewohnerin, um während ihres Urlaubs ihre Pflanzen zu gießen. Da wir keine Zimmerschlüssel hatten, sich die Tür aber sehr leicht bei zu viel Druck selbst zuschließt, bastelte ich mit einem Stück Draht einen Dietrich und nach zwei Stunden war die Tür dann tatsächlich offen. Das sind nur wenige Beispiele für die vielen Situationen, die mir in dieser Zeit begegnet sind und immer habe ich irgendwie eine Lösung dafür gefunden. Also lange Rede kurzer Sinn: ich bin noch lange nicht besonders kreativ, aber ich weiß jetzt, dass es mehr eine Übungs- als eine Talentsache ist und dass man jedes Problem irgendwie und irgendwann lösen kann.

  1. Selbstständigkeit

Eine der offensichtlichsten Dinge, aber deshalb trotzdem nicht weniger wahr. Ich war vorher noch nie so lange im Ausland und es war eine komplett neue Erfahrung für mich. Als frisch gebackene Abiturientin ging ich also in ein damals noch unbekanntes Land und musste mich plötzlich um Dinge kümmern, mit denen ich vorher noch nicht so vertraut war. Eine Sache ist natürlich der Haushalt und egal wie viel man zuhause schon mitgeholfen hat, sich komplett alleine um alles zu kümmern, ist nochmal eine ganz andere Sache. Ich bin sehr froh, dass ich meine WG-Mitbewohnerinnen hatte, denn so habe ich auch recht schnell die Basics des Kochens gelernt. Eine für Deutschland auch eher unübliche Sache ist es, die Wäsche zum Waschen in einen Waschsalon oder in meinem Fall mit auf die Arbeit zu nehmen, denn wir hatten keine Waschmaschine zuhause. Aber die Sache die mir anfangs am meisten Zeit und Kraft kostete, war die Wohnungsübergabe. Ich habe noch nie zur Miete gewohnt und wusste nicht genau was man da beim Einzug alles beachten sollte. Da wir dazu einige Probleme hatten, folgten viele lange Gespräche mit der Vermieterin und der Organisation. Aber auch das ließ sich irgendwie klären und ich finde so ein Auslandsjahr bereitet einen auch sehr schön auf das Ausziehen und Studentenleben in Deutschland vor.

  1. Spanisch

Auch eine relativ offensichtliche Sache und auch eine der Gründe warum ich dieses Auslandsjahr überhaupt gemacht habe. Da ich anfangs schon ein relativ gutes Sprachniveau hatte, habe ich am Anfang sehr viele Dinge wie z.B. stundenlange Gespräche mit unserer Vermieterin übernommen. Obwohl ich mir noch sehr unsicher war und oft nicht weiterwusste, bin ich im Nachhinein unglaublich froh gerade diese Gespräche geführt zu haben (eine andere Möglichkeit hatte ich auch nicht wirklich), denn dadurch habe ich so unglaublich viel gelernt. Manchmal ist es gut einfach mal ins kalte Wasser geworfen zu werden, um zu lernen wie man wieder rauskommt. Ich hatte lange das Gefühl, dass mein Niveau sich nicht wirklich verbessert, was wahrscheinlich daran lag, dass ich ständig nur gesehen habe wie schnell sich meine Mitbewohner verbesserten und wie viel sie schon in kürzester Zeit dazu gelernt haben. Bei einem höheren Niveau ist aber natürlich auch viel schwieriger sich noch weiter zu verbessern. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich jetzt rückblickend deutliche Verbesserungen sehe. Ich habe vor allem viel Alltagsvokabular gelernt (auch wenn ich eine Vokabel erst tausend Mal hören musste bis ich sie mir wirklich gemerkt hatte) und bin durch das ständige Reden und Hören auch viel flüssiger und sicherer geworden.

  1. Nachfragen

Und zwar völlig egal ob man etwas schon längst wissen sollte oder noch nie davon gehört hat. Gerade auf der Arbeit hatte ich oft das Problem, dass ich nicht genau wusste wie die Dinge dort laufen sollten. Einer meiner Angstmomente war es immer wieder, wenn ich in der Küche allein gelassen wurde. Da ich keine Kocherfahrung hatte, wusste ich nie ob ich beispielweise den Herd schon ausmachen sollte oder nicht. Meiner Erfahrung nach vergessen die Erzieherinnen den Herd oft, wenn sie gerade mit etwas anderem beschäftigt sind, warum also nicht nachfragen, ob man den Herd schon ausmachen kann? Ich hatte oft Angst zu fragen, weil ich dachte, dass ich das schon längst wissen müsste oder kam mir doof vor auch nach einem halben Jahr noch zu fragen, wo denn jetzt nochmal das Waschmittel zu finden ist. Aber was bringt es denn, das Fleisch anbrennen zu lassen oder die Wäsche ausversehen mit Chlor zu waschen? Absolut nichts!! Im Gegenteil, es macht die Situation nur noch schlimmer. Außerdem war nie jemand verärgert, wenn ich nochmal etwas nachgefragt habe was ich unter Umständen eventuell schon hätte wissen können.

  1. Jedes Kind ist individuell

Vor Abreise habe ich mir echt über alles Mögliche den Kopf zerbrochen, aber über eine Sache habe ich verhältnismäßig wenig nachgedacht: den Umgang mit den Kindern. Wie streng sollte ich sein? Was sollte ich ihnen durchgehen lassen und was nicht? Was mache ich, wenn ein Kind nicht mehr weiterläuft? Vor allem letztere Frage habe ich mir während meines Aufenthalts immer wieder gestellt. Aber nie im Voraus. Warum? Gute Frage! Wahrscheinlich dachte ich, dass ich durch meine langjährige Arbeit im Kindergottesdienst und als Begleiterin auf Kinder- und Jugendfreizeiten schon genug Erfahrung gesammelt habe oder ich dachte, dass mir schon gesagt wird wie ich mit den Kindern am besten umgehen sollte. Beides stellte sich als komplett falsch heraus. Und das bekam ich deutlich zu spüren. Mit ein paar Kindern einen Gottesdienst zu gestalten oder mit mehr als einem Dutzend von ihnen den ganzen Tag zu bewältigen, stellten sich als zwei völlig verschiedene Dinge heraus. Natürlich war es nochmal etwas ganz anderes, weil die Kinder in Ecuador aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, aber trotzdem habe ich eine ganz entscheidende Sache gelernt: es gibt keine Allgemeinlösung im Umgang mit Kindern! Lange dachte ich das tatsächlich. Lange habe ich darauf gewartet dieses Geheimnis irgendwann lüften zu können, wenn ich nur gut genug zuhöre und lerne. Aber Kinder sind nun mal keine Kurvendiskussionen, die ich nach einem bestimmten Schema abarbeiten kann, nein jedes einzelne von ihnen ist ein ganz besonderes Individuum. Aber auch wenn es keine Allgemeinlösung gibt, ist zuschauen und von anderen lernen trotzdem nicht verkehrt, ganz im Gegenteil. Obwohl am Ende meines Freiwilligendienstes trotzdem nicht immer alles perfekt lief, bin ich ganz fest der Meinung unglaublich viel dazu gelernt zu haben. Von jetzt an werde ich immer versuchen mich in die Kinder hineinzuversetzen, versuchen ihren Standpunkt zu verstehen und vor allem auch ganz viel Geduld haben. Wenn man über ein halbes Jahr predigt immer „bitte“ zu sagen und dann das Kind es zum ersten Mal ohne Aufforderung von ganz alleine sagt, ist das ein unglaubliches Gefühl, denn plötzlich zahlen sich all die Mühen und Anstrengungen aus. Doch das allerwichtigste darf man nie vergessen: den Kindern bedingungslose Liebe zu schenken!

  1. Ruhe und Gelassenheit

Wenn ich jetzt ganz poetisch wäre, würde ich das überwiegend langsame Gehen der Ecuadorianer als Metapher für ihren ruhigen Charakter bezeichnen, aber so kreativ bin ich dann nun auch wieder nicht. Trotzdem könnte darin ein Fünkchen Wahrheit schlummern. Was bringt es die Dinge schnell und zügig zu machen, aber dafür fehlerhaft. Ist es nicht viel sinnvoller sich für manche Dinge mehr Zeit zu nehmen und sie dann dafür genauer und richtig zu machen? Natürlich kommt es hierbei auf die genaue Situation und den Kontext an, aber ich habe auf jeden Fall gelernt mir immer die Frage zu stellen: Muss es jetzt einfach nur schnell gehen oder ist es mir wichtiger ruhiger und genauer an gewisse Dinge heran zu gehen!

  1. Horizonterweiterung

„Step out of your comfort zone“ hört man immer mal wieder und bei einem Auslandsaufenthalt in einem vorher fremden Land wird man unabdingbar einen Schritt aus der Komfortzone machen müssen. Es gibt so viele neue und spannende Dinge zu erleben, wenn man nur die Augen und Ohren offenhält. Ich habe eine komplett andere Kultur und Gesellschaft kennen gelernt, die ich vorher nur aus Erzählungen und Erfahrungen anderer kannte. In Ecuador herrschen auch ganz andere Lebensverhältnisse, die nicht zwingend schlechter aber eben anders sind. Und genau durch solche persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen habe ich meinen Horizont erweitert. Ich habe mein komplettes Leben lang in Deutschland gewohnt und natürlich auch schon ein paar Reisen in andere Länder und Kontinente unternommen, aber das ist einfach nicht dasselbe wie monatelang in einem fremden Land wirklich zu leben. Und für diese Erfahrungen bin ich unglaublich dankbar. Außerdem wird auch immer wieder davon gesprochen, dass man dadurch das Leben in Deutschland viel mehr zu schätzen weiß und das würde ich so auf jeden Fall unterstreichen, andererseits vermisse ich das einfache ecuadorianische Leben teilweise schon sehr. Die ganze WG mit nassen Klamotten zu dekorieren, weil es keinen Trockner gibt oder mit einer Klopapierrolle auf Wanderschaft zu gehen, weil es keine Taschentücher gibt, hat etwas sehr Besonderes, finde ich!

  1. Orientierung

Zur Abwechslung mal wieder eine sehr praktische Erkenntnis. Wer mich kennt, weiß, dass ich absolut keinen Orientierungssinn habe, aber in Ecuador und vor allem in Ibarra habe ich mich komischerweise sehr schnell zurechtgefunden. Schon nach wenigen Tagen wusste ich den Weg zur Arbeit und zu den wichtigsten Läden auswendig. Und wenn nicht? Dann habe ich den Weg eben einfach gesucht. Da ich öfters Probleme mit meinem Handy hatte und es für kurze Strecken oft gar nicht mitgenommen habe oder alle Hände voll hatte, konnte und wollte ich nicht nachschauen wo es lang geht. Und wenn ich mich mal verlaufen sollte, dann ist das halt so. Davon geht die Welt nicht unter und irgendwie habe ich bis jetzt immer dahin gefunden wo ich hinwollte. Früher hätte ich das nie gemacht. Früher bin ich immer erst alleine wo hin gegangen, wenn ich mir sicher war, dass ich den Weg wusste. Ich weiß nicht woher diese Angst mich zu verlaufen und nicht wieder zurück zu finden oder zu spät zu kommen lag, aber sie war ständig präsent. Doch in Ecuador habe ich ein Vertrauen entwickelt, dass egal was passiert, irgendwie komme ich immer dahin wo ich hin will. Vielleicht lag es daran, dass ich öfters mal mit Kindern wohin musste, aber nicht genau wusste wo das Gebäude liegt oder der Bus abfährt. Beispielweise musste ich relativ am Anfang meines Dienstes mit einem Kind zu einer Sprachschule, an der sie ein Stipendium für Englisch gewonnen hatte. Es war das erste Mal, deshalb wusste sie nicht wo es liegt (normalerweise sind mir die Kinder eine große Hilfe, weil sie eine sehr gute Orientierung haben). Ich habe zwar eine Adresse bekommen, die sich aber im Endeffekt als falsch herausgestellt hat. Und trotzdem haben wir die Sprachschule noch pünktlich gefunden. Ich erinnere mich auch noch sehr deutlich an eine Situation, die noch gar nicht so lange her ist. Ich musste mit einem Mädchen zum Arzt und das Kind war noch so klein, dass ich mich auf ihre Wegbeschreibung nicht verlassen konnte. Obwohl ich noch nie zuvor bei diesem Arzt war, haben wir ihn trotzdem gefunden. Beim Zurückfahren sind wir allerdings in den falschen Bus eingestiegen bzw. nicht in den falschen Bus aber in die falsche Richtung. Passiert. Ist aber kein Drama. Dann sind wir halt einmal durch die ganze Stadt gefahren bevor wir am Kinderheim ankamen. Ich will zwar nicht wissen was der Busfahrer sich dabei gedacht hat, aber ich habe es geschafft. Und selbst wenn ich irgendwann auch mal den falschen Bus genommen hätte, wäre auch das nicht weiter tragisch gewesen. Das Mädchen ist irgendwann im Bus eingeschlafen und hat von alle dem herzlich wenig mitbekommen und selbst wenn, hätte sie zumindest eine lustige Geschichte zum Erzählen gehabt. Also auch hier hatte es für mich nur Vorteile mal ein bisschen ins kalte Wasser geworfen worden zu sein.

  1. Spontanität

Und auch hier wieder: wer mich kennt, weiß, dass ich immer alles von vorne bis hinten genau durchplane und das auch gerne tue. In Ecuador habe ich allerdings schnell gemerkt, dass das nahezu unmöglich ist. Das zu akzeptieren und ein bisschen Spontanität zuzulassen hat bei mir sehr lange gedauert und ich hatte lange damit zu kämpfen, aber ich glaube inzwischen kann ich sagen, dass ich zwar immer noch der Planungsmensch bin. Aber ich bin auch definitiv spontaner geworden, einfach weil ich gemerkt habe, dass man nicht immer alles bis ins kleinste Detail planen kann. Das merkt man sehr schnell, wenn man sich mit den ecuadorianischen Busfahrplänen beschäftigt – die nicht existieren. Es bleibt einem also nichts anderes übrig als sich einfach an die Straße zu stellen und zu warten bis der nächste Bus kommt und zu hoffen, dass das dann auch noch der richtige ist. Schon alleine dadurch kann man seine Ankunftszeit kaum planen, aber die meisten Ecuadorianer nehmen das mit der Pünktlichkeit sowieso nicht so ernst. Es kam auch schon vor, dass wir an einem Sonntagnachmittag in Mindo standen und feststellen mussten, dass der letzte Bus für den Tag keine Sitzplätze mehr übrig hat, wir aber am nächsten Tag wieder arbeiten mussten. Selbst in solchen scheinbar aussichtslosen Situationen haben wir immer wieder eine Lösung gefunden. Auch wenn es viel Überzeugungskraft gekostet hat und die stundenlange Reise bequemer hätte sein können, haben wir es trotzdem rechtzeitig nach Ibarra geschafft. Diese und viele ähnliche Situationen haben mir immer wieder bewiesen, dass es immer eine Lösung gibt, man muss nur lange genug suchen!

  1. Dankbarkeit

Das Gefühl, welches ich in diesen acht unglaublichen Monaten definitiv am meisten verspürt habe. Egal wie etwas ausging oder was passierte, ich war immer dankbar, dass alles überhaupt erlebt haben zu dürfen. Natürlich bin ich unglaublich traurig, dass ich statt zwölf nur acht Monate in Ecuador verbringen durfte, aber noch mehr spüre ich Dankbarkeit, dass ich diese acht Monate überhaupt erleben durfte, denn die Zeit, die ich dort verbringen durfte, war einfach unvergesslich. Und warum sollte ich mich über vier fehlende Monate ärgern, wenn ich mich genauso gut über acht tolle Monate freuen kann. Deshalb gehört Dankbarkeit auch zu einer der Dinge die ich in Ecuador gelernt habe. Einfach mal dankbar sein für all die Möglichkeiten und Türen, die uns offen stehen. Dankbar sein für das Privileg, das wir haben. Und dankbar für alles, was wir schon in unserem Leben lernen und erleben durften!

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Erkenntnissen, die ich während meines Freiwilligendienstes lernen durfte. Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber das würde den Rahmen hier sprengen und darum geht es auch gar nicht. Es geht nicht darum, wie viele Erkenntnisse wer gesammelt hat, sondern darum, sein Leben immer mal wieder zu reflektieren und erstaunt festzustellen wie weit man schon gekommen ist und was man alles schon geschafft hat. Ein Freiwilligendienst oder Auslandsjahr ist eine super Gelegenheit das zu tun, da man sehr viele neue Eindrücke bekommt, aber das kann man genauso gut im „normalen“ alltäglichen Leben tun. Nehmt euch doch einfach mal die Zeit, setzt euch hin, nehmt Papier und Stift zur Hand und lasst die letzten Tage, Wochen oder Monate Revue passieren. Ihr werdet erstaunt sein, was sich da alles so finden lässt. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass ich in diesen acht Monaten so viel lernen würde. Durch das Schreiben dieses Berichts habe ich mir viele meiner Erkenntnisse wieder in Erinnerung gerufen und das kann ich euch auch nur wärmstens empfehlen, denn im stressigen Alltag verlieren diese sich manchmal ein bisschen. Denn die wichtigste Sache, die ich gelernt habe, ist, mich selbst nie aufzugeben und stetig an mir zu arbeiten.

 

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