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Enrique - 2. Bericht

Enrique

¡Que Viva La Fiesta!

Bericht zwei von vier; die zweite Hälfte meines Freiwilligenjahrs hat nun also begonnen. Trotzdem kommt es mir vor, als hätte ich erst vor wenigen Wochen in der Fundación angefangen. Aber es hat sich in der Zeit einiges getan: ich habe endlich das Bussystem in Quito verstanden, konnte viele neue Bekanntschaften schließen und habe die Kinder und ihre Bedürfnisse besser, bzw. auf einem persönlicheren Level kennengelernt. Bevor ich aber anfange über alles Mögliche zu erzählen, beginne ich erstmal mit dem, was auf der Arbeit so passiert ist in den letzten drei Monaten.

Nach echt coolen zwei Monaten in der Gruppe „Paciencia“ (siehe Bericht Nummer 1) war ich in „Gozo“, in dieser Gruppe sind die Kinder drin, welche zu 100% auf Fremdhilfe angewiesen sind. Also so Sachen, wie Positionswechsel, um Druckstellen zu verhindern, füttern, Zähneputzen und ja… auch Windeln wechseln. Gerade beim Letzteren hatte ich anfangs so meine Bedenken, es stellt sich jedoch heraus, dass man sich mit etwas Überwindung an alles gewöhnen kann und das Windelwechseln, wenn es auch nicht unbedingt zu meinen Lieblingsaktivitäten zählt, ist es doch nicht schwer oder vielleicht auch so unangenehm ist, wie ich am Anfang dachte. 

So, aber genug über dreckige Windeln, denn auch wenn die Kinder auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken, hat auch wieder in dieser Gruppe jeder seine eigene Persönlichkeit, wie zum Beispiel Lieblingsessen und Sachen die er/sie überhaupt nicht leiden kann (Ganz vorne bei den Lieblingsessen liegt bei den meisten übrigens Schokokuchen mit Sahne, wie ich in der Weihnachtszeit festgestellt habe). Und mit viel Stolz kann ich sagen, dass nach zweimonatiger harter Arbeit eins der Mädchen meinen Namen gelernt hat, naja sagen wir Spitzname, denn jedes Mal, wenn sie mich sieht, werde ich mit En-Quiqui begrüßt.

Es gab zudem auch keinen einzigen Tag, den man als langweilig hätte beschreiben können, da die Tía des Raumes immer für genug Abwechslung sorgt. Ständig wird zu Cumbia, Rancheras, Reggeaton oder Bachata gesungen, getanzt oder beides. Seit neustem bin ich nun in „Amor“, die Gruppe der Kleinsten angekommen. Die Aufgaben sind alles in allem eigentlich gleichgeblieben, aber die Atmosphäre ist komplett anders. Die Kinder haben vieeeel vieeel mehr Energie, zappeln ständig rum, wollen Aufmerksamkeit, oder kleine Spielkämpfchen mit einem austragen. Irgendwie hab ich auch den Eindruck, dass die Kleinen etwas schneller lernen und man so das Gefühl hat einen größeren Eindruck zu hinterlassen. Aber auch durch den Wechsel der Jahreszeit („Winter“ ist hier die Zeit in der es mehr regnet) ist es jetzt möglich mit den Kindern zur Hippoterapia (Reittherapie) zu fahren. Ehrlich gesagt, muss ich zugeben, dass ich, als ich davon gehört habe, nicht geglaubt habe, dass es so einen krassen Unterschied machen wird… aber ich habe mich sowas von getäuscht. Kaum hat man einen der Knirpse aufgesattelt, merkt man sofort, wie die ganze Anspannung auf einmal verschwindet und das sanfte Auf- und Abwippen zusammen mit der frischen Luft und grünen Umgebung für eine Art Tiefenentspannung sorgt… wenn das Kind nicht unbedingt Angst vor Pferden hat und eigentlich nicht wirklich Bock aufs Reiten hat.

Doch auch, wenn die Arbeit den größten Teil unserer Zeit in Anspruch nimmt gab es einiges an Feierlichkeiten: Dia de los finados/difuntos/muertos, Casa abierta, Fiestas de Quito, Weihnachten und Silvester.

Día de los muertos

Jeder hat sicherlich schonmal von der mexikanischen Tradition gehört, bei der es große Umzüge gibt und Menschen sich einen Totenkopf aufschminken. Auch in Ecuador existiert der „día de los muertos“, jedoch wird er hier nicht so groß und prachtvoll gefeiert wie in Mexico. Die Grundlage ist aber auch hier eine Mischung aus katholischen und indigenen Bräuchen. Das Fest dient dazu den verstorbenen Vorfahren zu gedenken und ihnen Essensspenden zu bringen. Es ist also eher ein Fest, dass mit der Familie verbracht wird. Traditionell gibt es zu den Feierlichkeiten die sog. „guaguas de pan“ (Kichwa guagua, Kleinkind; Brotkinder), die vergleichbar mit den Weckmännern, welche es in Deutschland zu Sankt Martin gibt, nur dass sie hier mehr dekoriert werden und teils auch mit gayabaMarmelade gefüllt sind. Die kleinen Brotfiguren sollen, wie der Name vielleicht verrät, in Windeln gewickelte Kleinkinder darstellen, oder aber auch Mumien, denn das war (zumindest bei den Inkas) eine Form der Beisetzung. Gegessen wird das Ganze dann mit einem Glas colada morada ,hierbei handelt es sich um ein rotes dickflüssiges süßes Getränk, was mit rotem Mais, Gewürzen und mehreren Früchten gemacht wird. Die rote Farbe soll hier übrigens Blut repräsentieren.

Casa abierta

Die casa abierta ist der Tag der offenen Tür der Fundación, bei dem alle Freiwillige und Mitarbeiter der Fundación den Besuchern ihr Land vorstellen sollen, so dass man am Ende das Gefühl hat, das wichtigste über die Kultur, Geschichte, Sehenswürdigkeiten oder Eigenheiten des jeweiligen Landes zu wissen. Unter anderem vertreten waren dieses Jahr Cuba, Spanien, Südkorea, USA und natürlich Ecuador und Deutschland. Das Ganze ist als eine Art Wettbewerb aufgebaut, bei dem jeder Besucher am Ende für das Land abstimmen kann, dessen Raum ihm am besten gefallen hat. An den Wochen kurz vor dem großen Tag war die ganze Fundación am Basteln, kochen und Verkleidungen für die Kinder ausdenken, denn auch sie wurden so gut wie möglich in die Vorstellung mit eingebracht. In jedem Raum gab es dann jeweils eine Kleinigkeit zu Essen, typische Dekorationen und eine kleine Aufführung zu sehen. Und stolz können wir behaupten, dass dieses Jahr Deutschland mit Abstand gewonnen hat. Gewonnen haben wir ein Abendessen mit der des Raumes.

Fiestas de Quito

Bei den Feiern in Quito handelt es sich praktisch um ein riesiges über zwei Wochen langes Gründungsfest von Quito. Zu den Feierlichkeiten gab es neben mehreren Umzügen auch noch das ein oder andere kostenlose Konzert, bei dem teilweise nationale Künstler aufgetreten sind, aber unter anderem zum Beispiel auch Nicky Jam (ein Reggaetonsänger).

Weihnachten und Silvester sind wohl die Feiern, die am Bekanntesten von allen klingen… aber der Anschein täuscht. Denn obwohl beide Feste, zumindest vom Sinn her, deckungsgleich mit Deutschland sind, ist es schon irgendwie ungewohnt am 24.12 bei 23°C arbeiten zu gehen und zu spanischen Weihnachtsliedern mit den Kiddis zu tanzen oder an Silvester das alte Jahr in Form einer Puppe, für Glück im nächsten Jahr, zu verbrennen. Aber ich möchte gar nicht zu viel vorgreifen, denn es ist viel schöner die ganzen Unterschiede und Gemeinsamkeiten selbst zu entdecken.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mich echt auf die zweite Hälfte des Freiwilligendienstes, mit all seinen Abenteuern und Herausforderungen freue.

Les deseo un buen año 2020

En-quiqui

 

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