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Vanessa - 1. Bericht

Über Privilegien und Dankbarkeit

Seit 11 Wochen bin ich nun in Ecuador, und vieles ist inzwischen alltäglich geworden. Es fühlt sich fast so an, als lebte ich schon immer hier, und ich hatte beinah vergessen, dass ich nur zeitweilig hier bin. Aber durch ein Ereignis wurde mir wieder schlagartig bewusst, dass es auch irgendwann wieder zurück nach Deutschland geht, vielleicht sogar schneller als mir lieb ist.

Am 1. Oktober trat eine vom Staatspräsidenten dekretierte Benzinpreiserhöhung in Kraft, welche zur Folge hatte, dass 2 Tage später die Busfahrer und Taxifahrer im ganzen Land anfingen zu streiken, und der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Somit waren auch die Straßen in Ibarra auf einmal ungewohnt leer. Bereits am nächsten Tag waren die Schulen geschlossen, ebenso wie viele Geschäfte. Ich fühlte mich zu keiner Zeit unsicher oder unwohl in Ibarra, aber es war doch ein beengendes Gefühl die Stadt nicht mehr verlassen zu können. Und vor allem auch zu wissen, einfach nichts tun zu können außer abzuwarten, wie sich die Situation im Land entwickelt. Und so verbrachte ich einige Zeit damit aus meinem Fenster auf die Anden zu gucken - ein alltäglicher Ausblick, so wunderschön wie ich ihn wohl noch nie hatte. Und ich merkte, wie gut es mir hier eigentlich geht. Wie sehr ich die Kinder aus der Fundación schon ins Herz geschlossen hatte, ebenso wie meine 3 Mitbewohnerinnen und unsere ecuadorianischen Nachbarn und Freunde.

Auf einmal vermisste ich die ständig hupenden Taxis und die Busse mit ihren Abgaswolken, welche schwärzer als eine Nacht am Äquator sind. Ich vermisste sogar den Nachbarn, der jeden Morgen um 5 Uhr eine gefühlte halbe Stunde sein Motorrad startete.  Und die Pharmacias, die ecuadorianische Variante einer Apotheke, welche oft eher den Anschein einer Discothek erwecken, wenn auch nach 21 Uhr noch Reggeaton aus den zur Straße ausgerichteten Lautsprechern dröhnt.

Denn nun waren die Straßen auf einmal ziemlich leer und still, nur die Straßenhunde ließen sich nicht aus der Ruhe bringen

Mir wurde bewusst, dass es ein unglaublich großes Privileg ist hier sein zu können. Und ebenso ist es ein Privileg das Land zum Beispiel aufgrund von Naturkatastrophen oder politischen Krisen wieder verlassen zu können. Letzteres würde ich aber wohl nur gezwungenermaßen in Anspruch nehmen, und somit bin ich sehr froh darüber, dass sich die politische Lage seit dem 14. Oktober vorerst wieder beruhigt hat.

Und seitdem versuche ich jeden Tag hier so zu leben, als wäre es der letzte an diesem Ort, und bin dabei sehr dankbar.

Dankbar dafür, dass es überhaupt ein von der Bundesregierung unterstütztes Programm wie weltwärts gibt, welches es mir ermöglicht ein Jahr in einem so wunderschönen Land zu leben und zu arbeiten, und dabei jede Menge zu lernen.

Dankbar dafür, eine Entsendeorganisation mit unglaublich engagierten Mitgliedern gefunden zu haben, welche sich Urlaub nahmen, ihr Wochenende freihielten, ja sogar Klausuren verschoben, um meine Mitfreiwilligen und mich bestmöglich auf unseren Aufenthalt in Ecuador vorzubereiten, und dafür zum Teil einige hunderte Kilometer zum Vorbereitungsseminar anreisten.

Dankbar dafür, bei einer vielfältigen Aufnahmeorganisation mit herzlichen und hilfsbereiten Kollegen und Vorgesetzten arbeiten zu können, deren Chefin uns Suppe vorbeibringt, wenn wir mal krank sind.

Und zu guter Letzt danke ich meinen Freunden, meiner Familie, meinen ehemaligen Arbeitskollegen – eben all den lieben Menschen, die mich auf meinem Weg unterstützten und unterstützen. Durch Spenden, die stundenlange Suche nach der passenden Wanderausrüstung, die Fahrt zum Flughafen, oder einfach nur durch ehrliches Interesse und liebe Worte.

Ohne euch wäre mein Freiwilligendienst nur halbwegs so schön oder gar nicht erst möglich gewesen, und dafür danke ich euch von ganzem Herzen.

 

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