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Sarah Weischer - 2. Bericht

„Du arbeitest dann also mit Kindern“

 „Soziale Arbeit mit Kindern? Oh, da wünsche ich dir viel Spaß, das wird auf jeden Fall anstrengend!“

 „1 Jahr lang mit Kindern arbeiten? Krass, weiß nicht, ob ich das könnte. Aber bei dir kann ich mir das echt gut vorstellen“

„Und du arbeitest dann also mit Kindern von der Straße? Die sind aber doch bestimmt schwierig oder?“

„Ein soziales Projekt also. Willst du denn später auch was in die Richtung machen?“

So in etwa sahen die Reaktionen von Freunden, Familie und Bekannten aus, wenn ich erzählt habe, dass ich für ein Jahr nach Ecuador gehe, um dort Freiwilligenarbeit in einer Organisation zu leisten, die sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche und ihre Familien unterstützt.
Oft kam dabei natürlich auch die Frage auf, warum ich mich für ein soziales und nicht beispielsweise für ein FÖJ (freiwilliges ökologisches Jahr), bei dem man im Natur- und Tierschutz arbeitet, entschieden habe. Um ehrlich zu sein, gab es dabei gar keinen spezifischen Grund. Ich bin einfach gerne in Bereichen tätig, in denen zwischenmenschliche Beziehungen wichtig sind, und habe zuvor jährlich bei einer Ferienfreizeit, an der ich selbst als Kind immer mit großer Begeisterung teilgenommen habe, das Team als Betreuerin unterstützt. Anders als manche andere FSJler wusste ich zwar, dass ich beruflich in eine andere Richtung gehen möchte, trotzdem konnte ich mir gut vorstellen, ein Jahr im sozialen Bereich zu arbeiten. Und wie oben schon in einem Zitat erwähnt, sagten mir viele meiner Freunde/Familie, sie fänden diese Arbeit würde zu mir passen.

Die Entscheidung, ob das Projekt das Richtige für einen ist, baut man natürlich immer auch auf Vorstellungen und Erwartungen daran auf. Denn auch wenn man sicherlich nie weiß, was einen genau erwartet, hatte auch ich meinen Eindruck und meine Vorstellungen von der Arbeit, die sich dann entweder bestätigt haben oder nicht. Dass ich Kinder und Jugendliche betreuen werde, war mir logischerweise schon klar. Dennoch hat sich die Arbeit hier für mich persönlich am Ende doch ziemlich anders, als in meinen Vorstellungen, erwiesen.

So war mir, obwohl ich wusste, dass die Kinder ja in der Fundación sind, weil sie eben nicht bei ihrer Familie leben können, gar nicht so richtig bewusst, dass die verschiedenen „casas familias“ wirklich das Zuhause der Kinder sind: Sie schlafen und essen dort, machen ihre Hausaufgaben und verbringen auch sonst den größten Teil ihrer Freizeit in „Yuyu 2“ (Das Haus, in dem Toni und ich arbeiten).
„Yuyu 2“ ist also mehr als nur ein Arbeitsplatz, zu dem man hinkommt. Es fühlt sich mehr so an, als würde man in eine Familie hereinkommen und dort nicht als Erzieherin/Betreuerin, sondern viel eher als Mama arbeiten. Denn man begleitet die Kinder nicht nur in einer Institution, wie beispielsweise in der Schule oder im Kindergarten, die zwar einer, aber nicht Hauptbestandteil ihres Lebens ist. Man kann die Kinder nach dem Unterricht nicht einfach zu den Hauptverantwortlichen – ihren Eltern – schicken – denn man ist im Prinzip selber einer der Hauptverantwortlichen.

Dementsprechend ist mir auch hier erst richtig klar geworden, dass die Arbeit einen emotional viel mehr einnimmt, als es vielleicht ein Bürojob tun würde. Man arbeitet nicht hauptsächlich mit Papieren, Dokumenten oder Zahlen, sondern mit Menschen, die ihre guten und schlechten Launen haben, wie jeder andere auch. Dazu kommt, dass man zu diesen Menschen, anders als zu Papieren, Dokumenten oder Zahlen, eine Beziehung aufbaut. Mittlerweile kenne ich jedes einzelne Kind, weiß was es gerne macht oder isst und was nicht, womit es Probleme hat und mit welchen Argumenten man es überzeugen kann. Ich gehe nicht mehr zur Arbeit, weil es eben eine Verpflichtung ist, sondern weil mir die Kinder und ihr Wohlergehen persönlich sehr wichtig geworden sind. Ich fühle mich nicht mehr wie eine Arbeitskraft, oder eine „voluntaria“, die kommt, ihre Arbeit erledigt und geht, sondern wie ein wirklicher Bestandteil dieser Familie, eine wichtige Bezugsperson der Kinder, und ja, auch ein bisschen wie ihre Mama.

Natürlich hat es auch einige Zeit gebraucht, bis ich von einer „Fremden“, wie ich es in meinem ersten Zwischenbericht beschrieben habe, zu einer „companera“ (=Partnerin) geworden bin.
Um ehrlich zu sein, kam ich mir zu Beginn selber blöd vor, von den Kindern, die mich gerade seit 2 Tagen kennen, zu erwarten, dass sie das tun, was ich ihnen sage. Natürlich sollten sie Autoritätspersonen respektieren, aber ich habe es ihnen ehrlich gesagt nicht übel genommen, wenn sie nur gelacht haben, wenn ich mal wieder mit gebrochenem Spanisch versucht habe, ihnen klar zu machen, dass das so nicht geht. Denn auch wenn es am Anfang schwierig ist, Respekt muss man sich eben nun mal zuerst verdienen. Ziel ist es ja, dass die Kinder Regeln und Vorschriften nicht nur blind folgen, sondern den Sinn dahinter verstehen und vor allem, dass sie sich nicht aus Angst vor Strafe gut verhalten, sondern, weil nicht nur sie mir, sondern ich auch ihnen wichtig bin und sie mich gern haben.

Und auch wenn ich, denke ich, mittlerweile den Respekt der Kinder gewonnen habe, habe auch ich natürlich ab und zu immer noch Schwierigkeiten mit ihnen.
Es kommt nicht selten vor, dass wir von der Schule nach Hause laufen und ein Kind sich auf den Boden setzt, weil es a) keine Lust mehr hat zu laufen b) beleidigt ist, weil es meine Hand nicht halten kann c) ein Eis haben will d) ein anderes Kind ihm etwas weggenommen hat oder wegen irgendwas anderem. In 2% der Fälle hilft dann gut zureden. In 98% ist die erste Option, es einfach dort sitzen zu lassen, zu sagen, dass jetzt gerade keine Zeit für „berrinche“ (= trotzen) ist und einfach mit den anderen weiterlaufen, in der Hoffnung, dass es dann beleidigt hinterhergestapft kommt. Wenn das dann nach einiger Zeit immer noch nicht klappt, oder man spät dran ist, bleibt einem meist nichts anderes übrig als zurückzulaufen, das Kind hochzuziehen und es mehr der weniger hinter sich her zu ziehen (wobei man natürlich darauf achtet, ihm nicht weh zu tun).
Auch wenn die Kinder ihre Hausaufgaben machen müssen, gibt es manchmal Geschrei, weil die Aufgabe blöd ist, eh nicht verstanden wird, es viel zu viel ist, jemand anders den eigenen Bleistift geklaut hat, oder man einfach viel zu müde ist.
Wer vielleicht sogar selber Kinder hat, weiß, dass besonders das ins Bett gehen auch so eine Sache ist. Dann will man doch „nur noch diese eine Zeichentrickserie“ zu Ende gucken oder noch dies oder das machen und muss um 20 Uhr schon schlafen gehen – schlimm sowas!
„Saraaah! El me pegó!“ „Ella me pegó primero“ (= „Er hat mich geschlagen!“ „Sie hat angefangen!“)  höre ich nicht selten, wenn ich mich grade an den Tisch gesetzt habe, um halbwegs in Ruhe zu essen. Dann heißt es aufstehen, nachschauen, Streit schlichten, ggf. Spielzeug konfiszieren und – wie so oft – den Kindern eine Sache zum hundertsten Mal erklären und hoffen, dass sie es zumindest ein bisschen besser verstehen als letztes Mal.
Dies ist nur eine kleine Auswahl an Beispielsituationen, in denen Kinder von „ach sind die niedlich“ zu „Ich raste gleich wirklich aus!“ werden können, auch wenn es natürlich immer Phasen gibt, in denen es mal besser und mal schlechter ist und jedes Kind dabei auch noch mal individuell zu betrachten ist.
Letztes Jahr im November/Dezember hatten in unserem Haus bspw. irgendwie alle Kinder eine schwierigere Phase, während der es so viel Getrotze und Geschreie wie noch nie gab und ich mit meinen Nerven teilweise wirklich am Ende war. Ich erinnere mich hierbei an eine Situation, in der ich wirklich für 5 Minuten das Zimmer, in dem mir zwei Kinder unter Tränen und Geschrei weismachen wollten, dass es viel zu früh zum schlafen ist, verlassen musste. Ich habe den beiden sogar gesagt, dass ich sie gerade wirklich nicht ertragen kann und in 5 min wieder komme und ich glaube, sie haben dann auch verstanden, dass bei mir das Fass übergelaufen ist.

Rückblickend muss ich jetzt aber tatsächlich sagen, dass diese Zeit eigentlich ziemlich wichtig war, denn allen wurde klar, dass es so nicht weiter gehen kann, weil sowohl die Kinder, als auch die Educadoras und wir, mit der Situation einfach nicht zufrieden waren. Wir haben in einer „reunión“ (=Versammlung) feste Hausregeln (wichtig: Zusammen mit den Kindern) aufgestellt und setzen uns in der Regel auch wöchentlich zusammen, um über Unstimmigkeiten zu sprechen und vor allem den Kindern auch mal die Möglichkeit zu geben, Dinge, die sie an uns stören, zu kommunizieren. Seitdem hat sich einiges gebessert (wir haben nach einigen Wechseln auch eine neue Educadora, die wirklich gut mit den Kindern zurecht kommt), die Kinder sind ruhiger und ausgeglichener und die Zusammenarbeit funktioniert einfach viel besser.

Vor allem aber hat sich etwas in mir selber verändert:

Ich bin eigentlich oft viel zu ungeduldig, habe meinen Plan für etwas und will diesen dann auch so umsetzen. Bevor jemand eine Arbeit nicht genauso erledigt, wie ich das für richtig erachte, mache ich sie lieber selber und Komplikationen bereiten mir sehr schnell Stress. Darüber hinaus bin ich sehr selbstkritisch und perfektionistisch veranlagt, sodass ich es oft auf mich persönlich beziehe, wenn etwas nicht reibungslos funktioniert und mich deswegen schlecht fühle.
Dementsprechend hat mich die Arbeit zu Beginn oft frustriert: Wenn die Kinder schon wieder nicht laufen oder auf mich hören wollten habe ich schnell an meiner Kompetenz gezweifelt. Fast schlimmer war jedoch das Gefühl von Hilflosigkeit, weil ich es ja besser machen wollte, aber einfach nicht konnte oder nicht wusste wie (wobei am Anfang natürlich auch noch Sprachbarrieren hinzukamen). Ich bin zum Glück nie wirklich ungerne zur Arbeit gegangen, habe das Ganze aber bis dahin mehr als Verpflichtung gesehen und hätte nie gedacht, dass sie mir am Ende so persönlich wichtig werden würde.

Besonders in den letzten Wochen habe ich aber gemerkt, wie positiv ich mich durch sie verändert habe, bzw. wie viel ich dadurch gewachsen bin.
Ich mag es immer noch am liebsten, wenn alles schnell und ohne Schwierigkeiten funktioniert (wer nicht), aber mir fällt es viel leichter, geduldig mit den Kindern zu sein (auch wenn man spät dran ist, oder man Dinge wirklich zum 10. Mal wiederholt) und vor allem habe ich verstanden, dass Kinder eben Kinder sind, die eben kurz der Müllabfuhr zuschauen wollen, auch wenn man eigentlich schnell weiter müsste, oder nur aus diesem einen bestimmten Becher trinken, oder unbedingt meine Hand halten müssen. Statt genervt auf solche für Erwachsene unnötige Kleinigkeiten zu reagieren, bringt es so viel mehr, wenn man sich einfach darauf einlässt, auch wenn es einen Zeit und vielleicht auch Nerven kostet. Im Endeffekt stresst man sich erstens selber viel weniger und zweitens fühlen sich die Kinder natürlich auch verstandener und respektieren Anweisungen viel eher.
Darüber hinaus wird meiner Meinung nach auch vor allem die Kreativität und das Anpassungsvermögen durch die Arbeit mit Kindern gefördert: Man muss sich immer wieder neue Gründe und Erklärungen, warum das Kind jetzt genau das machen soll, passend zum Kind und zur Situation, einfallen lassen:
Als z.B. ein Junge, der gerade schreiben lernt, seine Hausaufgaben nicht machen wollte, habe ich ihn gefragt, ob er mir nicht, wenn ich wieder in Deutschland bin, einen Brief schreiben möchte. Darauf hat er mit einem freudigen „Klar“, geantwortet, woraufhin ich ihm gesagt habe, dass er dafür aber dann ja schreiben können muss. Seinem Bruder, der sehr gerne beim Kochen hilft, habe ich auf seine Aussage, dass er Multiplikation nie im Leben braucht geantwortet, dass er aber, wenn das Rezept z.B. nur für 5 Personen angegeben ist, er aber für 10 Kochen will, alles mal zwei nehmen können muss. Natürlich kommt es trotzdem vor, dass die Kinder immer noch nicht das machen, was von ihnen verlangt wird, aber so eine Erklärung bewirkt auf jeden Fall viel mehr als ein einfaches „Darum“.
Außerdem kann ich dem Sprichwort: „Wer Kinder erzieht, erzieht erst sich selbst“ wirklich zustimmen. Selbstreflektion und das Hinterfragen des eigenen Handelns, vor allem in moralischer Hinsicht (also z.B. welche Konsequenz/wie viel Strenge angebracht ist), ist meiner Meinung nach tatsächlich unheimlich wichtig, wenn man den Kindern ein gutes Vorbild sein möchte. Denn im Prinzip reagieren sie auch meistens nur so, wie man sie anspricht: Ist man gestresst und genervt, ist es klar, dass sich diese Negativität auch auf das Verhalten der Kinder auswirkt. Tritt man ihnen gegenüber jedoch aufgeschlossen und fröhlich auf, indem man beim Laufen z.B. Spiele etabliert, wie „wir dürfen nicht auf die Linien treten“, so kann man auch mit einer positiven Reaktion rechnen.
Und auch wenn ein Kind beleidigt ist oder mich anschreit oder mich „schlägt“, weil ich seine Hand loslassen soll, versuche ich mittlerweile nicht nach erstem Impuls sauer zu reagieren, sondern ihm zwar bestimmt, aber ruhig zu erklären, dass es das bitte lassen soll. Meistens hat es sich sowieso nach ein paar Minuten wieder beruhigt und ist so lieb wie eh und je und auch, wenn auf bestimmtes Verhalten sicherlich mit angebrachten Konsequenzen oder Strafen reagiert werden sollte, ist es so viel angenehmer, sich statt nachtragend verständlich zu zeigen und sich von den wechselhaften Launen der Kinder eben einfach nicht so stressen zu lassen.
Wenn man mit uns in einem Ton redet, der uns nicht gefällt oder uns anschreit, reagieren wir ja nach erstem Impuls auch beleidigt oder? Durch unsere böse Antwort reagiert dann der Gegenüber wiederum genervt und im Endeffekt ist jeder sauer und unzufrieden. Die Fähigkeit, den eigenen Ärger nicht zu sehr an sich heranzulassen, und auch bei patzigen Antworten, immer noch ruhig und freundlich zu reagieren, ist also tatsächlich nicht nur beim Umgang mit Kindern von Vorteil.
Und auch wenn dann mal weder das sich auf die Kinder einlassen, noch sinnvolle Erklärungen und freundliches Entgegenkommen helfen und man das heulende Kind am Ende doch mehr oder weniger mit sich zerrt, oder es zur Strafe nach oben ins Zimmer schickt – mittlerweile weiß ich, dass das nichts mit meiner Kompetenz sondern einfach mit der Tatsache, dass es eben immer noch Kinder sind, zu tun hat. Es ist menschlich, dass auch sie gute und schlechte Tage haben, genau wie auch ich an manchen Tagen eben nicht ruhig bleiben oder einen kreativen Grund für etwas liefern kann und das ist völlig okay.

Viel wichtiger ist mir mittlerweile die Dankbarkeit dafür, all diese wertvollen Erfahrungen mitnehmen und einen positiven Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen haben zu dürfen.
Letzte Woche habe ich länger als normalerweise gearbeitet, damit zwei Jungen zum Fußballtraining gehen konnten. Auch wenn ich an dem Tag eigentlich ziemlich viel zuhause zu tun gehabt hätte, war ich, als ich ihre strahlenden Gesichter gesehen habe, einfach nur glücklich, dass sie das machen können, was ihnen Spaß macht und habe mich zugegebenermaßen auch ein bisschen wie eine stolze Mutter, die ihren Kindern zuschaut, gefühlt.

Es hört sich so kitschig an, aber wenn ein Kind mir ganz stolz ein selbstgebasteltes Armband schenkt, wenn ein Junge mich fragt, was mein Traum ist, und er mir danach seine Zeichnung präsentiert, die mich mit meiner Gitarre zeigt, und erklärt, dass sie als Hausaufgabe den Traum eines Familienmitgliedes malen mussten, wenn die Kinder Matschkuchen für mich machen und mir ein „cumpleaños feliz“ singen, wenn sie nach der gute Nachtgeschichte ihre Arme nach mir ausstrecken und ihren Gutenachtkuss einfordern, wenn sie sich beim Film schauen an mich kuscheln, wenn ich sie aufs Bett schmeiße oder sie hochhebe und ihnen drohe, sie in den großen Mülleimer zu werfen und sie sich vor Lachen nicht mehr einkriegen, wenn mir eines der älteren Mädchen ganz aufgeregt von ihrem Date erzählt, und wenn sich die Kinder am Ende meiner Schicht manchmal an meine Beine klammern, weil sie nicht wollen, dass ich gehe - dann kann ich noch so genervt, gestresst und müde sein: Ich bin einfach glücklich, diesen schönen Moment mit ihnen teilen zu dürfen.
Ja, Kinder lügen und trotzen und weinen, aber sie können sich dank ihrer Kreativität mit allem beschäftigen, sie betrachten Menschen nicht mit Vorurteilen, sie freuen sich über die unscheinbarsten Dinge, sie sagen stets was sie ehrlich denken und sie können einem eine so aufrichtige und bedingungslose Liebe geben.

Ich will ehrlich sein: Auch wenn ich die Entscheidung für dieses Jahr nie bereut habe, hatte ich zu Beginn doch ab und an meine Zweifel, ob ich wirklich 100%ig in das Projekt passe. Richtig unwohl habe ich mich zum Glück nie auf der Arbeit gefühlt und meine Aufgaben habe ich auch stets erledigt. Trotzdem war es für mich zunächst aber eben immer noch nur eine Arbeit, die ich 8 Stunden leiste, dann nach Hause gehe und mich meinem Privatleben widme.
Besonders in den letzten Wochen hat sich diese „Arbeit“ aber zu viel mehr als das entwickelt: Sie ist ein Teil von mir geworden, denn ich nicht mehr missen möchte. Denn auch wenn sie mich manchmal stresst und mich wütend macht, mir meinen Schlaf und Nerven raubt – sie macht mich zu einem besseren und zu einem glücklicheren Menschen und dafür bin ich einfach unglaublich dankbar.

 

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