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Paula Pieper - 2. Bericht

Angekommen.

Diese Aussage hätte man von mir wahrscheinlich vor sechs Monaten erwartet, als ich am Flughafen in Quito ankam und meinen Freiwilligendienst begann.

Doch tatsächlich fühle ich mich seit noch gar nicht so langer Zeit, als wäre ich wirklich angekommen; in diesem fremden Land, mit fremder Kultur und fremden Menschen.

Irgendwie ist es ein bisschen komisch, wenn ich bedenke, dass ich die Hälfte des Freiwilligendienstes brauchte, um mich hier endgültig wohlzufühlen. Werde ich auch ein halbes Jahr brauchen, um mich in Deutschland wieder wie zuhause zu fühlen? Müsste ich mich dann jetzt schon auf meine Rückkehr in sechs Monaten vorbereiten? Diese Fragen schwirren in meinem Kopf herum, doch darüber will ich mir jetzt noch keine Gedanken machen, immerhin habe ich noch einmal so lange Zeit, um diese einmalige Zeit in Ecuador zu genießen.

Jeden Morgen erblicke ich dieselben müden Gesichter der Mitfreiwilligen, wie sie ,,Morgen“ murmelnd vor ihren Müslischüsseln sitzen; jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit versuche ich einen Blick auf den verschneiten Cotopaxi zu erhaschen; jeden Morgen begegnen wir denselben Menschen, wie sie mit ihren Aktentaschen an uns vorbei eilen und auch jeden Morgen sitzt dieselbe indigene Frau mit ihrem, durch bunte Bänder geschmückten, geflochtenen Zopf und ihrem traditionellen Kleid mit uns im Bus.

Auf der Arbeit fühlt man sich mittlerweile zugehörig und als Teil der Fundacion. Die Tias begrüßen einen freundlich mit Küsschen und Umarmung, und auch für die Kinder ist man keine Fremde mehr. Wenn man von ihnen teilweise sogar selbst als Tia bezeichnet wird, weiß man, dass sie einen akzeptieren und wiedererkennen, was einem das Gefühl gibt, zumindest einen kleinen Teil bewirkt zu haben.

Auch außerhalb der Arbeit fühle ich mich als wäre ich endlich in Ecuador angekommen. Man grüßt ganz selbstverständlich die Lieblingsobstverkäuferin, weiß im Supermarkt wo die Kekse und wo die Haferflocken stehen, kennt die leckersten Empanadas und auch den billigsten Avocadostand. Vom Taxifahrer wird man nicht mehr abgezockt, denn Handeln und Feilschen ist nicht mehr unangenehm, sondern gehört einfach dazu. Ganz selbstverständlich wird das Handy im vollen Bus in den BH gesteckt und der Rucksack nach vorne genommen, um nicht bestohlen zu werden. Man weiß trotz fehlender Busbeschriftungen, wie man durch die ganze Stadt kommt, kennt die schönsten Ecken Quitos und auch den so gut wie einzigen Club, der auch mal englische Musik spielt, denn Salsa und Reggeaton hängen einem mittlerweile schon aus den Ohren heraus.

Das sind nur ganz viele kleine, für die meisten wahrscheinlich keine besonderen, sondern alltägliche Kleinigkeiten, dennoch bedeuten sie einem viel, wenn man in einer fremden Umgebung Fuß fassen will. Diese Kleinigkeiten zeigen mir, dass ich nun wirklich in einer neuen Welt eine Art neues Leben führe.

 Man kann sich auf viele neue Dinge konzentrieren, ist nicht mehr gestresst durch das Busgewimmel auf den Straßen, der Blick auf die Dinge verschiebt sich und man gewinnt viele neue Perspektiven.

Ja, oft finde ich den Alltagstrott auch langweilig und eintönig, jeder Tag fühlt sich gleich an und man denkt man erlebe nichts, doch dann reicht am Morgen schon ein kurzer Blick auf den verschneiten Cotopaxi und ich denke mir: Krass, ich bin irgendwo am anderen Ende der Welt, mitten in den Anden, umgeben von fremden Menschen und fremder Kultur und es gibt noch so viel zu entdecken.

Schon bin ich wieder in Abenteuerlaune und würde am liebsten jedes noch so kleine indigene Dorf besuchen und jeden Vulkan erklimmen.

Es ist Alltag eingekehrt, sowohl in unserer WG, als auch auf der Arbeit.

Wir leben von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat und schon ist die Hälfte des Freiwilligendienstes um. Bleibt zu hoffen und dafür zu sorgen, dass die nächste Hälfte mindestens genauso schön und spannend wird.

 

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