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Kristin Buyer - 2. Bericht

Quinceanera

so heißt der 15. Geburtstag eines lateinamerikanischen Mädchens, aber auch das Geburtstagskind dieses Tages selbst. Er ist ein besonderer Geburtstag, da er den Eintritt des Mädchens in die Gesellschaft symbolisieren soll. Allerdings lässt er sich überhaupt nicht mit einem 18., möglicherweise das deutsche Pendant, vergleichen, eher ähnelt er einer Hochzeit.

In den verschiedenen Ländern Südamerikas gibt es unterschiedliche Traditionen für dieses große Fest, oft gibt es allerdings zuerst einen Gottesdienst, bei dem das Geburtstagskind gesegnet wird. Danach beginnt dann die eigentliche Party. Es wird meistens ein großer Raum oder Saal gemietet, den die Quinceanera dann durch ein Spalier betritt und dabei mit Rosenblättern bestreut wird. Viele verschiedene Tänze werden aufgeführt, beispielsweise mit ihrem Vater, Freundinnen oder auch ihrem Begleiter, den sie sich für diesen Tag aussucht. Oft gehört auch ein professionelles Fotoshooting dazu. Zu diesem Geburtstag werden auch sehr viele Gäste eingeladen, die alle besonders schick angezogen sind, es gibt reichlich Geschenke für das Geburtstagskind und viel zu essen, einschließlich einer riesigen Torte. Auch die Quinceanera selbst zieht sich für diesen Tag natürlich besonders an. Sie trägt meist ein Ballkleid, bevorzugt in den Farben Rosa, Pink und Lila, hohe Schuhe und bekommt ein professionelles Make-Up und Haarstyling.

Nicht nur an dem beschriebenen Ablauf lässt sich erkennen, welche große Bedeutung dieser Geburtstag für die Menschen in Südamerika hat, auch die ausgegebenen Geldsummen zeigen dies. So geben sowohl wohlhabendere Familien bis zu 20.000 Dollar für das Fest aus und auch eher ärmere Eltern sparen jahrelang, um ihrer Tochter einen möglichst schönen Geburtstag bieten zu können.

Auch bei uns in der Fundación habe ich erleben können, welch große Bedeutung dahintersteckt. Eines der Mädchen ist 15 Jahre alt geworden und auch wenn das Ausmaß wesentlich geringer war, haben sich trotzdem alle sehr viel Mühe gegeben, um den Geburtstag zu etwas Besonderem zu machen. Der erste Unterschied war schon, dass es sonst immer eine Geburtstagsparty pro Monat gibt für alle Kinder, die in diesem Monat Geburtstag hatten. Das Mädchen bekam allerdings seine eigene Party. Wir Freiwilligen trafen uns dann schon eine Stunde bevor die Kinder kommen mit den tías, um den Essensraum mit rosa Luftballons, Blumen und Tischdecken zu schmücken. Währenddessen brachte jemand die Torte, die riesig, rosa und mit ganz viel Fondant ummantelt war. Wir Deutschen konnten gar nicht glauben, was für ein Aufwand hier betrieben wurde. Für die Party hatten sich alle Mitarbeiter und auch die Kinder schick angezogen, von denen einige sogar ein Geschenk für die Quinceanera mitbrachten. Von der Fundación bekam sie außerdem ein rosa Tüllkleid und von ihrer tía rosa Schühchen, die sie einen Tag zuvor mit ihr geshoppt hatte, geschenkt, so dass sie auch wie eine echte Quinceanera aussah.

Als dann alle schick angezogen im festlich geschmückten Essensraum bereit saßen, kam schließlich das Mädchen und wurde auf ihren Ehrenplatz neben dem Geschenketisch gebracht. Dann folgten verschiedene Programmpunkte. So wurde ihr natürlich feierlich cumpleaños feliz gesungen und sie durfte die Geburtstagskerze auf ihrer Torte auspusten. Außerdem bekam sie auch das Geschenk von der Fundación überreicht. Wir führten dann mit ein paar Kindern einen Tanz auf, den wir davor an mehreren Tagen einstudiert hatten. Zuerst eine Choreografie mit Tüchern unter denen die Quinceanera dann untendurch tanzte, anschließend die sogenannte „Zeremonie der 15 Kerzen“. Eigentlich überreicht das Geburtstagskind dabei 15 Personen, die für sie in den 15 Jahren ihres Lebens am wichtigsten waren eine Kerze und hält dazu jeweils noch eine kleine Rede. Aus Ermangelung an Tänzern hatten wir allerdings nur 10 Kerzen, die das Mädchen dann nacheinander auspustete. Ein weiterer Programmpunkt war, dass ein ecuadorianischer Freiwilliger im Anzug ihr ein Strumpfband auszog. Das erinnerte mich dann doch sehr an eine deutsche Hochzeit, soll aber wohl den Übergang zur Frau symbolisieren. Ansonsten haben wir natürlich noch die leckere Torte gegessen und alle zusammen getanzt.

Auch nach drei Tagen hatten wir den Geburtstag noch lebhaft in Erinnerung. Ich war zu der Zeit gerade in der Gruppe der Quinceanera und es dudelte immer noch leise cumpleaños feliz aus unserer Toilette. Das Geburtstagskind selber hatte die Kerze ihrer Torte, an die eine kleine singende Figur angebracht war, ins Klo geschmissen.

 

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