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Paul Prechtl - 1. Bericht

Reist ein deutscher Jugendlicher in ein Land wie Ecuador, wird er an prägenden Situationen, die er aus seinem Heimatland nicht kannte, nicht vorbeikommen. Nur wenige deutsche Jugendliche machen jedoch eine solche Erfahrung. Daher möchte ich in meinem ersten Zwischenbericht Menschen aus meinem Heimatland Deutschland über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede anhand von Alltagssituationen informieren. Zu Anfang möchte ich klarstellen, dass all das, von dem ich erzählen werde, individuelle Erfahrungen sind, die sich von den Erlebnissen anderer Reisender und Freiwilliger durchaus unterscheiden können.

  1. Personenverkehr
    Das Hauptverkehrsmittel in Ecuador ist der Bus, was wohl zum einen daran liegt, dass das Grundeinkommen eines Ecuadorianers niedriger ist, als das eines Deutschen. Somit kann sich nicht jeder ein Auto leisten. Zum anderen kostet eine Busfahrt, egal ob nur 2 Stationen oder 2 Stunden quer durch Quito nie mehr als 25 Cent. In Deutschland zahlt man durchaus das 10 -fache für eine 5 minütige Busfahrt. #FUCKVAG
    Sitzt man als Deutscher hier im Bus, wird man auf quasi jeder Fahrt gefragt, warum man denn hier sei, was man hier macht, wie Ecuador einem gefällt oder wo man denn überhaupt herkommt. Um diese Fragen herum, bilden sich dann entweder kleinere Smalltalks oder tiefgehende Diskussionen über Organspende oder die aktuelle politische Situation. Wenn ich mich an Busfahrten in meiner Heimatstadt Nürnberg erinnere, bei denen so gut wie alle Passagiere mit Kopfhörern im Ohr aus dem Fenster schauen, ist mir diese Art der Fortbewegung hier in Ecuador eindeutig lieber.
  1. Freundeskreise
    Aufgrund dieser Gespräche, die sich übrigens nicht nur in Bussen, sondern auch im Park, im Café, an der Arbeitsstelle oder beim Wandern in Ecuadors wunderschöner Natur ergeben, kommt man schnell unter Menschen. Die Handynummer wird dann blitzschnell ausgetauscht und man sagt sich: „Estamos en Contacto“, wir bleiben in Kontakt. Ich habe das Gefühl, dass Freundeskreise hier in Ecuador viel offener sind. Als ich mit einer französischen Freundin reisen war, fragten uns eine Gruppe von acht ecuadorianischen jugendlichen Studenten, ob wir nicht zusammen Salsa tanzen gehen wollen. Eigentlich sehr positiv. Ein deutscher Freund machte mir allerdings letztens bei einem Skype-Gespräch Folgendes klar: Dadurch, dass man so viele soziale Kontakte oder auch Freunde hat, verliert jeder einzelne an Wichtigkeit. Daher bin ich recht froh darüber, dass es in Deutschland Menschen, Freunde, gibt, die auch nach diesem Jahr sicher noch da sind, was ich von meinen Bekanntschaften hier in Ecuador (noch) nicht behaupten kann.
  1. Ausländer in Ecuador-aber bitte kein „Gringo“
    bekommt man hier als Europäer eine besondere Aufmerksamkeit, was nicht ausschließlich an der hellen Haut, den blonden Haaren und dem SocksandSandalls-Look liegt. Aus diesen optischen Unterschieden leiten viele Ecuadorianer einen intellektuellen Unterschied ab, der sie interessiert. Da man aus Europa kommt, sei man ja zwangsläufig reicher, schlauer, aber gleichzeitig hilfsbereit (aufgrund des Freiwilligendienstes). Ich will das erklären:

Warum wohlhabender?
Circa 90 % der Menschen antworten mir auf die Frage, welche Länder sie außer Ecuador noch kennen mit: „Yo conozco Ecuador-nada mas“ (Ich kenne nur Ecuador). Die Mitte der ecuadorianischen kann sich zwar nicht übermäßig viele Luxusgüter leisten. Armut am Existenzminimum ist aber auch selten, weil die zum Überleben wichtigen Nahrungsmittel recht günstig sind.

Warum gebildeter?
Beispielsweise fragte eine ecuadorianische Freiwillige aus meinem Projekt meine Chefin aus vollem Ernst, ob Kolumbien denn eine Stadt oder ein Land sei.

Ein vierzehnjähriger Junge, der momentan in einem Adoptionsprozess in die USA steht, bat eine Freiwillige um Hilfe ihm diese Textnachricht zu übersetzen: „“Hello, I wish you a nice day!“. Der Junge erhält seit vier Jahren Englischunterricht. Das staatlich finanzierte ecuadorianische Bildungssystem lässt durchaus zu wünschen übrig, weshalb Eltern, die es sich leisten können, ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Man lernt die deutsche Bildung zu schätzen.

Leider werden hier nicht alle Ausländer gleich behandelt. Die größte Mehrheit kommt aus Venezuela, die über Kolumbien vor allem in den Städten im Norden Ecuadors Zuflucht sucht. Venezolaner fliehen aus ihrem Land, weil sie bei 13.000% Inflation und 33% Arbeitslosigkeit im Jahr 2018 keine Zukunft mehr in ihrem Heimatland sehen. Aufgrund der Unwissenheit über die Fluchtgründe, bildete sich in weiten Teilen der Bevölkerung eine Abneigung gegenüber Menschen aus diesem Land. Meine Vermieterin sagte mir beispielsweise nach dem Namen dieses Landes suchend: „ El pais feo“, das hässliche Land.

Liebe Grüße aus Ibarra Paul

 

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