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Elena Bühler - 1. Bericht

Bestimmt habt ihr schon mal in einem Land Urlaub gemacht, dessen Sprache ihr nicht konntet, vielleicht in der Türkei, Kroatien oder Griechenland. Im Restaurant oder Hotel ist man froh, wenn die Angestellten wenigstens gebrochenes Englisch können, um sich ein bisschen verständigen zu können, und am Ende ist man stolz, wenn man gelernt hat, was „Hallo“, „Danke“ und „Tschüss“ in der jeweiligen Sprache heißt. Und jetzt stellt euch mal vor, ihr verbringt in dem Land nicht nur 2 oder 3 Wochen sondern ein ganzes Jahr. So gut wie niemand kann Englisch und ihr wohnt nicht in einem Hotel, sondern in einer Wohnung. Ihr esst nicht in einem Restaurant, sondern müsst auf dem Markt einkaufen gehen und selbst kochen. Kurzum: Ihr seid keine Touristen und macht Urlaub, sondern lebt und arbeitet dort, so wie ihr es zuhause machen würdet, mit dem einzigen Unterschied, dass ihr die Sprache des Landes nicht könnt.

So ging es mir die ersten Wochen hier in Ecuador. Während die anderen drei Freiwilligen, Antonia, Sarah und Paul schon mindestens drei Jahre Spanisch-Unterricht in der Schule hatten, musste ich hier die Sprache komplett neu lernen. Am Anfang habe ich nur die einfachsten Sachen verstanden, und war froh, wenn die anderen mir alles übersetzt haben. Ich habe zwar in Deutschland einen Spanisch-Intensiv-Kurs für 2 Wochen gemacht, aber wirklich reden konnte ich dadurch noch nicht. So konnte ich zum Beispiel zu Beginn bei der Arbeit nicht alle Aufgaben übernehmen, da man in der Schule oder im Krankenhaus Spanisch braucht, um sich mit den Lehrern oder Ärzten über die Kinder zu unterhalten und sie somit bestmöglich unterstützen zu können. Ebenso war ich auch beim Einkaufen oder Busfahren aufgeschmissen, wenn ich mal wieder nicht wusste, was die Lebensmittel auf Spanisch heißen oder ich die Haltestelle nicht kannte.

Mittlerweile bin ich viel selbstständiger geworden und brauche keinen Dolmetscher mehr. Ich kann inzwischen alleine auf den Markt oder zu Elternabenden gehen und auch in der Arbeit ist es für mich weniger schwierig zu verstehen, was die Educadoras (Erzieherinnen) von mir wollen. Dabei hat vor allem der Spanischunterricht beigetragen, den ich zwei Mal die Woche habe.

Viele fragen sich vielleicht, warum ich in ein Land gegangen bin, dessen Sprache ich nicht kann. Wäre es nicht für mich viel einfacher gewesen, in einem Land meinen Freiwilligendienst zu machen, in dem man Englisch oder Französisch spricht?

Ja, wäre es. Ich wäre am Anfang nicht so abhängig von den anderen gewesen und hätte auch mit vielen anderen Schwierigkeiten nicht zu kämpfen gehabt. Ich hätte mich am Anfang bei Gesprächen nie ausgeschlossen gefühlt, da ich daran hätte teilnehmen können. Außerdem habe ich bei den anderen drei Freiwilligen mitbekommen, wie sie sich schon von Anfang an verständigen konnten, und hatte dadurch hohe Anforderungen an mich. In der Arbeit musste ich die ganze Zeit nachfragen, da ich immer nur Teile verstanden habe und mir ist es oft passiert, dass ich zum Beispiel das Wohnzimmer gefegt habe, anstatt den Hof zu kehren, oder die Wäsche aufgehängt habe, anstatt abzuhängen. Besonders schwer war es, sich bei den Kindern Respekt zu verschaffen, ohne Spanisch zu können, da ich sie nicht zurechtweisen konnte. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Educadoras sich nicht in mich hineinversetzen können, wenn ich nicht wusste, was sie von mir wollen, da sie keine Fremdsprache können.

Um nochmal auf die Frage zurück zu kommen: es ist zwar schwieriger gewesen, aber dafür habe ich hier eine neue Sprache gelernt, die ich wahrscheinlich sonst nicht gelernt hätte. Da ich jeden Tag mindestens 8 Stunden Spanisch bei der Arbeit spreche, lerne ich die Sprache viel schneller als in der Schule und es ist jedes Mal schön, Fortschritte bei dieser persönlichen Herausforderung zu sehen. Dadurch, dass ich kein Spanisch in der Schule hatte, lerne ich die Sprache viel nach Gefühl, ohne auf die Grammatik zu achten. Zusätzlich erweitert es den eigenen Horizont, da man nicht nur eine neue Sprache, sondern auch noch eine neue Kultur kennen lernt. Besonders in der Sprachschule erfahre ich viele Hintergründe über die soziale Entwicklung Ecuadors und, dadurch dass ich hier nicht nur reise, sondern auch arbeite, lerne ich im Alltag auch viel über das ecuadorianische Leben. Egal wie viele Fehler ich beim Sprechen mache, die Leute freuen sich, wenn man versucht, sich mit ihnen zu unterhalten und man wird oft dafür gelobt.

In einem Jahr mache ich dann hoffentlich kaum mehr Fehler und bin gespannt, ob ich dann fast fließend Spanisch sprechen kann.

 

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