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Kristin Buyer - 1. Bericht

Extraño…

Jetzt bin ich schon fast 3 Monate in Ecuador und somit knapp ein Viertel meines Freiwilligendienstes. Ich habe mich bereits auch ziemlich gut eingelebt. Mir gefällt Ecuador als Land sehr, die Arbeit macht mir Spaß und auch das WG-Leben klappt überraschend gut. Trotzdem gibt es einige Sachen aus Deutschland die ich vermisse. Zum Beispiel das gemeinsame Zwiebelrostbraten-mit-Spätzle-Essen mit meiner Familie, die frische Luft, das Über-die-Straße-GEHEN (hier in Ecuador muss man eigentlich fast immer rennen, weil die Autofahrer überhaupt keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen), der Wasenbesuch mit meinen Freunden, die Jahreszeiten oder auch das Autofahren.

Es scheint jetzt vielleicht auf den ersten Blick sehr negativ, dass ich in meinem ersten Bericht gleich von Dingen erzähle, die mir fehlen. Wenn ich mir aber vorstellen würde, zu diesem Zeitpunkt zurück nach Deutschland zu gehen, würde ich ebenso sehr viel an Ecuador vermissen.

Da ist zum einen die Arbeit in der Fundacion: die Kinder, die einem so schnell ans Herz wachsen und die einen immer wieder zum Lachen bringen, oder auch die Tias (so etwas wie die Erzieherinnen), deren Geduld und Liebe, mit der sie sich um die Kinder kümmern, mich immer wieder beeindruckt. Andererseits aber auch der Alltag, mit vielen Dingen, die uns zuerst so typisch ecuadorianisch erschienen, uns inzwischen aber nicht mehr ganz so sehr verwundern. So fühlte sich am Anfang zum Beispiel jede Busfahrt wie ein kleines Abenteuer an, da die Busse oft mit offenen Türen fahren, der Busfahrer schon Gas gibt, wenn man den zweiten Fuß gerade in den Bus gesetzt hast und man in den ersten paar Tagen auch mal in den falschen Bus steigt, da es keine Busfahrpläne gibt. Auch die Landschaft und Natur hier ist sehr besonders, es ist einfach ein wunderbares Gefühl, immer von Bergen umgeben zu sein, und morgens an der Bushaltestelle (bei gutem Wetter) einen Blick auf einen riesigen, schneebedeckten Vulkan werfen zu können. Ansonsten würde mir natürlich auch unsere WG mit dem leider nur 5 Tage in der Woche vollen Kühlschrank ganz schön fehlen.

Ich werde jetzt also immer einen Ort vermissen. Deutschland, solange ich hier in Ecuador bin, und Quito, wenn ich wieder in meinem kleinen Dorf in Baden-Württemberg sitze. Aber so ist das wohl immer, wenn man etwas Neues anfängt. Man wünscht sich eine Veränderung, findet das Alte aber nicht zwingend schlecht. Dabei lässt man etwas zurück, das man mochte, und sobald das Neue einem gefällt und zur Gewohnheit geworden ist, gibt es eben zwei Optionen. Zwei Welten, zwischen denen man sich immer wieder entscheiden muss. Aber das ist ja auch das Schöne, man hat dann eine neue Möglichkeit, eine neue Sichtweise dazugewonnen. Ich kenne jetzt zwei sehr schöne Orte, in denen ich gerne lebe. Vermissen bedeutet nämlich immer auch, dass man etwas gut findet, etwas mag und sich auf etwas freuen kann.

Ich hoffe also für die neun Monate, die noch vor mir liegen, dass ich all die Menschen und Dinge aus Deutschland, die man sonst ebenso gewöhnt ist, immer mehr zu schätzen lerne und vor allem auch, dass ich hier in Ecuador noch so viel entdecken und kennenlernen werde, damit ich dann in Deutschland auch was zum Vermissen habe.

 

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