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Lea Blömeke - 1. Bericht

Ein weiterer kitschiger Freiwilligenbericht

Vor 3 Monaten hat mein neues Leben angefangen. Worüber hat man nur vorher nachgedacht. Wie bestehe ich am besten mein Abi? Wann treffe ich mich zum nächsten Mal mit meinen Freunden? Wie kriege ich alles unter einen Hut? Natürlich, das sind Fragen, die ich mir auch immer noch stelle, aber sie sind in den Hintergrund gerückt. Aufgetaucht sind Fragen, die viel tiefer gehen, mit Antworten, die wohl mein restliches Leben bestimmen werden. Was will ich eigentlich erreichen? Wie/Wer möchte ich sein? Was sind meine Werte? Wenn man das alles so aufschreibt, klingt es natürlich kitschig, aber hier beginnt die Selbstfindungsphase erst so richtig. Dabei geht es mir gar nicht mal so stark darum, welchen Beruf ich später ausüben möchte, sondern mit welcher Einstellung ich an Dinge herangehen will und aus welcher Perspektive ich die Welt sehen will.

Warum kommen diese Fragen erst jetzt?

Ich kann mir das irgendwie nur so beantworten, dass man sich vorher einfach mit so viel unnötigem Krams beschäftigen musste, der so viel Raum im Kopf einnimmt, dass solche wichtigen Sachen komplett ausbleiben. Diese Freiheit gewinnt man wohl erst, wenn man auch wirklich frei ist. Frei von der Vergangenheit, weg von allem alten und gewohnten. Ich habe hier in Ecuador die Möglichkeit bekommen „von ganz vorne anzufangen“- wie man so schön sagt. Das Schöne daran ist, dass ich trotzdem meine alte Welt nicht verloren habe. Ich muss wohl oder übel nach Deutschland zurückkehren. Aber wie viel werde ich dann gewonnen haben. Schon jetzt sind mir so viele Dinge klar geworden.

Ecuador mit seiner Natur und Schönheit hat mir die Augen für die wichtigen Dinge geöffnet. Ich lerne, richtig zu genießen und den Moment zu schätzen. Was bleibt einem auch anderes übrig, wenn man in Mindo den Nebel über die Berge ziehen sieht oder in Tonsupa die großen Wellen brechen hört? Solche Bilder sind so kostbar. Natürlich hat man so was auch in seinen alljährlichen 6 Wochen Sommerferien mal gesehen, fotografiert und ist dann wie immer wieder in die Schule gegangen, als wäre nichts gewesen. Man hatte einfach nie die Zeit, solche Momente richtig anzuerkennen. Doch jetzt ist endlich der Augenblick gekommen, sich diese Zeit zu nehmen.

Früher habe ich das Reisen komplett unterschätzt. Es war eigentlich nur eine Pause von seinem Leben, die man schnell mal einfach nur mit am Strand liegen und schlafen verbracht hat. Aber so sehe ich Reisen nicht mehr. Ich möchte vielmehr Reisen zu meinem Leben machen.

Und was hat das alles mit meinem Freiwilligendienst zu tun? Bei der Arbeit mit Kindern mit Behinderungen gewinnt man eine völlig neue Sicht auf die Vielfalt von erfülltem Leben. Ich sehe die Kinder an und sehe oft pure Freude an komplett simplen Dingen. Der einfache Klang einer Glocke z.B. kann mindestens zwei aus meiner Gruppe gleichzeitig zum Lachen bringen. Von den Kindern lerne ich, achtsamer zu sein und auch nur das zu machen, wo ich wirklich Lust drauf habe.

Wahrscheinlich habe ich generell schon viel mehr von den Kindern gelernt, als sie, wenn ich irgendwelche Sprachübungen mit ihnen mache und dabei wie eine Irre durch ständiges Wiederholen warte, dass sie mir nachreden. Dies wird von so vielen Leuten unterschätzt, doch die Arbeit bereichert einen so viel mehr als man denkt.

 

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