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Annelie Petersen - 1. Bericht

Unglaublich- vor einem Jahr habe ich mir selbst noch die Erfahrungsberichte auf dieser Website durchgelesen und jetzt bin ich selbst bereits seit 3 Monaten in Ecuador und es ist schon Zeit für meinen eigenen ersten Bericht. In diesen 3 Monaten habe ich bereits so viele wertvolle Erfahrungen und neue Eindrücke gewonnen, dass es mir schwerfällt, dass Alles in einem einzigen Bericht zu verarbeiten. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, erst einmal über unsere Ankunft in Quito zu schreiben: Am 27. August sind wir alle acht Freiwillige (4 für Quito und 4 für Ibarra) in Quito gelandet und wurden sogleich von unserer Mentorin und zwei Leiterinnen der Fundación Esperanza empfangen. Dann ging es direkt mit einem der zahlreichen Taxis von Quito (man kann an jeder größeren Straße eins anhalten, wenn man es gerade braucht, und sie sind nicht sehr teuer) zu unserer zukünftigen Wohnung. Diese war erst einmal sehr leer, da unsere Mentorin eine andere Wohnung für uns finden musste, nachdem die Freiwilligen in Quito letztes Jahr abgebrochen hatten und die ursprüngliche Wohnung von der Ecuador Connection nicht mehrere Monate lang ohne Bewohner finanziert werden konnte. Leider ist in dieser Zeit wohl einiges an Haushaltsutensilien von vorherigen Freiwilligengenerationen verloren gegangen, was aber nicht sehr dramatisch war. Unsere neue Wohnung liegt nämlich in einem sehr lebendigen Viertel mit vielen kleinen „Tiendas“, also kleinen Geschäften, in denen alles Mögliche verkauft wird, einigen Restaurants und sogar mehreren Fitnessstudios in der Nähe. Die ersten Tage, in denen wir uns die Wohnung mit den Freiwilligen aus Ibarra teilten, verbrachten wir also damit, unsere neue Wohnung auszustatten und Quito Schritt für Schritt zu erkunden.
Zur Wohnung generell kann ich nun schreiben, dass wir sehr zufrieden sind. Nachdem wir uns erst einmal eingerichtet haben und nun auch einigermaßen verstehen, wie das mit den Gasflaschen funktioniert, haben wir wirklich einen gemütlichen Ort, zu dem wir nach unseren Reisen oder der Arbeit zurückkehren können. Wir vier Freiwillige haben jeder ein eigenes Zimmer, in das wir uns auch mal zurückziehen können und das wir uns selbst gestalten konnten.
Neulich gab es nach der Arbeit kein Wasser wegen einer Baustelle in der Nähe. Als ich am nächsten Tag einer Erzieherin in der Fundación davon erzählte, meinte sie, das sei ganz normal, dass hier auch mal das Wasser ausfällt. Seitdem bin ich sehr dankbar dafür, dass bei uns bisher nur einmal so etwas vorgefallen ist und in unserer Wohnung in der Regel Alles (Dusche, Herd,..) reibungslos funktioniert.
Auch bei der Arbeit habe ich mich mittlerweile gut eingelebt und gehe morgens gerne in die Fundación. Am Anfang war es schwieriger, da ich bisher noch nie wirklich mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet hatte und mir jegliche Erfahrung fehlte. Deshalb fühlte ich mich zunächst sehr unsicher und wusste kaum, wie ich mit den Kindern umgehen sollte, trotz der intensiven Vorbereitung auf dem Vorbereitungsseminar. Doch dank der familiären Atmosphäre, die in der Fundación herrscht, und den sehr hilfsbereiten und liebevollen Erzieherinnen fühlte ich mich schnell sicherer. Von ihnen konnte ich mir auch abschauen, wie man sich mit viel Liebe, Hingabe und Motivation um die Kinder kümmert und den Alltag so fröhlich wie möglich gestaltet.
Auf diesen Alltag, speziell bei der Arbeit, werde ich jetzt noch etwas genauer eingehen. Wir Freiwillige fahren morgens mit dem Bus zur Fundación und fangen ungefähr um 8:30 Uhr mit der Arbeit an und gehen in unsere jeweiligen Gruppen. Die Kinder bzw. Erwachsene sind nämlich je nach Grad und Art der Behinderung in verschiedene Gruppen eingeteilt. Damit wir jede Gruppe einmal kennenlernen, wechseln wir Freiwillige jeden zweiten Monat die Gruppe.
In den ersten beiden Monaten arbeitete ich in der Gruppe PC 2, in der die jüngsten Kinder (im Alter von ca. 3 Monaten bis 12 Jahre) mit schwerwiegenden Behinderungen, meistens Gehirnlähmung, sind. Die Arbeit besteht hier hauptsächlich daraus, den Kindern bei den notwendigen alltäglichen Dingen zu helfen- das heißt, ihnen die Windeln zu wechseln, sie zu füttern oder anzukleiden. Aber auch die Therapie ist in dieser Gruppe von besonderer Bedeutung, da die Kinder noch sehr jung sind und große Chancen haben, sich zu verbessern. Die Physiotherapeutin zeigte mir anfangs einige kleine Übungen, die ich täglich mit den Kindern durchführen konnte, oder erklärte mir, wie ich am Besten mit ihnen Laufen oder Treppen steigen übe, was ich immer sehr gerne gemacht habe.
Seit Anfang November bin ich nun in der Gruppe „Paciencia“ (Geduld), in der die Kinder bzw. junge Erwachsene schon älter sind und nicht ganz so schwerwiegende Behinderungen haben. Hier ist das oberste Ziel, an der Selbstständigkeit zu arbeiten, weshalb wir die Gruppenmitglieder täglich dazu animieren, beispielsweise das Geschirr zu spülen und das Zimmer zu fegen. Aber auch andere Dinge wie beispielsweise Fußball spielen, Malen und Zeichnen oder Erbsen für die Küche schälen stehen auf dem Tagesplan. Das Arbeiten in dieser Gruppe gefällt mir persönlich noch besser, weil es etwas vielseitiger ist und man immer etwas Spannendes zu tun hat. Auch mit der Erzieherin in dieser Gruppe verstehe ich mich besonders gut, so dass ich mich nach dem Wochenende schon immer auf das Zurückkehren in die Fundación freue.
Apropos Wochenende- in den ersten Wochen sind wir, besonders Fenja und ich, praktisch jedes Wochenende verreist. So konnten wir schon viele Traumziele von unserer Liste abhaken- besonders gut gefallen hat mir bisher Tena, eine Stadt im westlichen Teil Ecuadors (dem Amazonasgebiet), aber auch die Pazifikküste und der Strand waren sehr geeignet, um ein erholsames Wochenende zu verbringen. Da mich am Anfang die hohe Luftverschmutzung in Quito, der viele Verkehr und damit verbundene Lärm sehr belasteten, taten diese Ausflüge sehr gut. Die letzten Wochenenden sind wir weniger verreist und haben eher kleinere Ausflüge unternomen. Das liegt daran, dass wir bereits Freunde in Quito kennen gelernt haben und andererseits auch an das städtische Leben gewöhnt sind. Mittlerweile habe ich meinen Lieblingspark in Quito gefunden, in dem man super frische Luft schnappen und spazieren gehen kann, und einen Lieblingsitaliener kenne ich auch schon. In der Stadt, die Anfangs so fremd und groß und erdrückend war, fühle ich mich jetzt sicherer, wenn ich durch die Straßen laufe. Vor allem in unserem Viertel kennt man die Gesichter bereits und wird auch selbst immer freundlich begrüßt. Mit der Besitzerin eines Obstladens halte ich eigentlich immer ein Schwätzchen, wenn ich daran vorbeigehe, und habe so auch schon viele wertvolle Tipps und Ratschläge bekommen.
Generell sind die Ecuadorianer sehr offen und es ist nicht schwer, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich war in den letzten drei Monaten oft überwältigt von der Freundlichkeit und der Hilfsbereitschaft, die uns entgegengebracht wird. Einer unserer Nachbarn beispielsweise hat uns am ersten Tag mit seinem Auto zum nächsten Supermarkt gefahren und uns beim Einkaufen geholfen. Zudem habe ich das Gefühl, dass es hier leichter ist, neue Freunde kennen zu lernen, da alle sehr offen sind. Besonders in der Fundación haben wir bereits einige Freunde (beispielsweise ecuadorianische Studenten, die auch dort arbeiten) kennengelernt und Anschluss gefunden.
Nach diesenn ersten drei Monaten bin ich also durchaus zufrieden mit unserer Situation hier in Ecuador, und gespannt auf die nächste Zeit. Die Fiestas von Quito und Weihnachten stehen nun vor der Tür, und ich freue mich auf die kommende Zeit hier.

 

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