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Lana Thiedemann - 2. Bericht

Bericht Nr. 2


Immer mehr Abiturienten gehen nach der Schule erst einmal ins Ausland, viele entscheiden sich dabei für einen Freiwilligendienst. Warum auch nicht – die Gründe und Vorteile sind zahlreich.
Da wäre zunächst der Tapetenwechsel. Weit weg von Zuhause selbstbestimmt leben, ohne den Druck von Hausaufgaben und Klausuren. Man gewinnt viel an Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein hinzu, denn dort, in dem fremden Land, hat man keine Schule oder Eltern, die einem vorschreiben, was zu tun ist. Auch wenn man sich oft genug genau darüber beschwert hat, fällt einem auf, wie einfach es das Leben in zumindest manchen Dingen gemacht hat.
Während des Freiwilligendienstes muss man sich um alles selbst kümmern, was noch durch eine andere Kultur und/oder eine Sprache, die man nicht spricht, erschwert wird. Das Kennenlernen einer neuen Kultur ist ein weiterer
Aspekt der Zeit im Ausland. Indem man sich in diesen neuen Lebensumständen zurechtfinden finden und sich ein Stück weit anpassen muss, bekommt man viele neue Blickwinkel auf die Dinge und erweitert so seinen Horizont. Wenn man neben der Arbeit reist, lernt man außerdem viele Orte und viel von dem Land und seinen Bewohnern kennen. Und ganz nebenbei lernt man auch noch eine neue Sprache, das macht sich natürlich alles sehr gut im Lebenslauf. Ach ja, und man tut dabei auch noch etwas Gutes.
So zumindest wird es von denjenigen dargestellt, die die Frage aufwerfen, wem denn eigentlich bei so einem Freiwilligendienst geholfen wird. Dem Projekt, in dem man arbeitet, oder doch nur einem selbst? Es wird häufig kritisiert, dass der soziale Aspekt in den Hintergrund geraten ist und es vielen nur noch darum geht, in gutem Licht dazustehen und dabei eine tolle Zeit zu haben. Außerdem stellt sich gerade, wenn man mit Kindern arbeitet, die Frage, wie sinnvoll es ist, dass jedes Jahr neue Freiwillige kommen und die alten gehen. Zuerst müssen die Kinder sich an die Freiwilligen gewöhnen, dann werden sie Teil ihres Alltags und sind auf sie angewiesen und am Ende müssen sie sich wieder von ihnen verabschieden.
Bei uns in den Häusern, in denen Kinder leben, die ihre Bezugspersonen schon teilweise sehr früh verloren haben, ist dieser ständige Wechsel natürlich nicht gerade förderlich. Außerdem ist es auch für die angestellten Mitarbeiter
anstrengend, jedes Jahr aufs neue Leute anzulernen, die sehr wahrscheinlich am Anfang noch nicht einmal verstehen, was ihnen da gerade erklärt wird. Trotzdem muss ich sagen, dass zumindest unsere Fundacion auf die
Zusammenarbeit mit Freiwilligen angewiesen ist. Tagsüber sind nur zwei Educadoras in einem Haus, es gibt aber mindestens acht Kinder, um die sich zwei Erwachsene unmöglich auf einmal kümmern können. Gleichzeitig fehlen
aber die finanziellen Mittel, um weitere Arbeitskräfte einzustellen, sodass Freiwillige eine optimale Lösung sind. Wir helfen nicht nur im Haushalt und begleiten die Kinder zur Schule, nach Hause oder zu anderen Aktivitäten, sondern wir schenken auch einzelnen Kindern unsere Aufmerksamkeit und kuscheln oder spielen mit ihnen.
Ich denke schon, dass es sehr traurig wird, sich zu verabschieden und wir den Kindern fehlen werden (zumindest bis sie sich wieder an die neuen gewöhnt haben), aber ich bin trotzdem der Meinung, dass es besser ist, jährlich
wechselnde Helfer zu haben, als gar keine. Ich möchte damit auf keinen Fall sagen, dass die Educadoras nicht liebevoll und aufmerksam mit den Kindern umgehen, aber es macht es schlicht einfacher, sich um die Kinder zu
kümmern, wenn man zu Mehreren ist und auf die Bedürfnisse einzelner Kinder eingehen kann.
Natürlich ist dieses Beispiel nur eine persönliche Erfahrung und man kann klar sagen, dass in anderen Projekt der Bedarf an Freiwilligen nicht so hoch ist (wobei freiwillige Helfer in jeder Art von Projekt willkommen sind). Wenn man
so einen Freiwilligendienst antritt, muss man sich bewusst machen, dass man nicht für eine riesengroße Veränderung sorgen wird, sondern da ist, um das jeweilige Projekt zu unterstützen und zu helfen.
Wenn ich mir jetzt aber die Frage stelle, ob meine Freiwilligentätigkeit eher mir oder meinem Projekt hilft, kann ich ganz klar sagen, dass beides der Fall ist. Natürlich habe ich in den acht Monaten, die ich jetzt schon hier bin, unzählige
Dinge gelernt sowie Erlebnisse und Erfahrungen gesammelt. Gleichzeitig sehe ich aber jeden Tag, dass ich in meinem Haus eine tatsächliche Hilfe bin und ich dazu beitragen kann, dass den Kindern so viel wie möglich geboten wird.
Und wenn das die meisten Freiwilligen so in der Art von sich behaupten können, dann ist meiner Meinung nach der Sinn des Freiwilligendienstes erfüllt.