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Patricia Sontheim - 1.Bericht

Obwohl ich jetzt schon mehr als zwei Monate in diesem Land bin und hier lebe, ist es für mich trotzdem teilweise noch ziemlich unbegreiflich. Der Alltag ist zwar mittlerweile eingetreten und ich fühle mich wohl, aber der Gedanke, dass alles kein Traum ist und ich schon so viel Zeit hier verbracht habe, ist doch ziemlich überwältigend.

Ich kann mich noch sehr gut an den (doch sehr tränenreichen) Abschied erinnern und es fühlt sich manchmal an als ob es erst zwei Wochen und nicht zwei Monate her ist – aber an anderen Tagen ist es wie eine Ewigkeit.

Am Anfang hatte ich persönlich noch meine Schwierigkeiten, obwohl ich schon Erfahrungen mit längeren Auslandsaufenthalten habe, alles war so anders und neu und es war keine Mutter da, die man mal schnell umarmen konnte, wenn man mal einen schlechten Tag hatte. Aber das hat sich zum Glück relativ schnell gelegt und jetzt, Mitte November, fühle ich mich daheim.

Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, ich arbeite in der Fundación Cristo de la Calle in Ibarra und im Moment bin ich noch in 'Yuyucocha uno', einem der drei Häuser der Fundación, in denen die Kinder wohnen und die Freiwilligen helfen. In meinem Haus arbeite ich als einzige Freiwillige, was seine Vor- und Nachteile hat – einerseits bin ich gezwungen immer Spanisch zu reden und zu verstehen, da es keine Person gibt, die man mal schnell nach einem Wort fragen kann – andererseits wäre das manchmal wirklich hilfreich. Obwohl ich in Deutschland schon Spanischunterricht hatte, ist es nochmal eine ganz andere Sache in einem Land zu leben, wo diese Sprache überall gesprochen wird, besonders da mein Schulspanisch dann doch relativ schlecht ist. Doch ich merke auch schon, dass es sich eindeutig verbessert hat, ich verstehe und rede einfach viel mehr und offener, aber auch vor allem korrekter als am Anfang und das motiviert mich einfach ungemein weiter zu sprechen.

Die Arbeitszeiten bei uns sind allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, denn obwohl ich um halb sechs Uhr morgens aufstehen muss, komme ich erst um halb sieben Uhr abends wieder nach Hause. Das liegt daran, dass ich morgens nur zwei Stunden arbeite um Esthela zur Schule zu bringen und noch ein bisschen im Haus zu helfen. Ab halb neun habe ich also immer eine sehr lange 'Mittagspause', bis ich dann Esthela um eins wieder abhole und zurück zum Haus bringe, wo dann erst mal gegessen wird.

In meinem Haus sind zur Zeit neun Kinder, Esthela, Christian, Vinicio, Vladimir, Gabriel, Carla, Luis, Gean Carlos und Dayana, wobei die letzten beiden nur tagsüber dort sind und bei ihren Eltern daheim schlafen. Den Nachmittag verbringe ich mit den Kindern, die keine Hausaufgaben zu erledigen haben, bei gutem Wetter draußen im Park, wo ich schon des öfteren vom vierjährigen Gean Carlos hin und her gejagt wurde. Bei schlechtem Wetter spielen wir in den Zimmern der Kinder mit deren Spielzeug oder puzzeln. Ab und zu helfe ich Vladimir oder Carla auch bei ihren Englischhausaufgaben, da keine der beiden Erzieherinnen in meinem Haus die Sprache flüssig beherrscht und ich die beiden Kinder dabei viel mehr unterstützen kann.

Das Essen in der Arbeit ist gut, wenn auch nicht sehr abwechslungsreich – in meinen zwei Monaten

hier hatte ich bisher einen einzigen Tag an dem es keinen Reis zum Mittagessen gab. Aber wie bei allem anderen, gewöhnt man sich auch daran und wenn wir in unserer WG am Wochenende mal Nudeln kochen ist das wie ein Festmahl.

Oft jedoch fahren wir am Wochenende auch mal woanders hin, zum Beispiel waren wir schon in Mompiche und Mindo, zwei sehr schöne, aber auch sehr unterschiedliche Orte. Das ist meiner Meinung nach einer der faszinierendsten Dinge in Ecuador, wie unglaublich unterschiedlich jede Gegend ist. Ibarra liegt auf circa 2200m, eine Höhe, die ich sehr angenehm finde, da es nicht besonders kalt wird, die Luft aber trotzdem nicht schwül ist – es ist also meistens wie ein warmer Frühlingstag in Deutschland (aber mal sehen wie sich das ändert, wenn jetzt die Regenzeit anfängt). Wenn man jedoch schon ein wenig weiter runter Richtung Küste fährt, wird die Luft schwüler und die Natur verändert sich vollkommen, dabei dauert die Fahrt höchstens zwei Stunden.

So oder so, freue ich mich sehr auf die weiteren neun Monate, die ich noch in Ecuador habe und bin gespannt, was ich hier noch so alles erleben darf und werde.

Liebe Grüße vom Äquator,

Patricia

 

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