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Jessica Frommer - 2. Bericht

Erster Urlaub, Karneval und Pyjamaparty

Nun heißt es tatsächlich schon Halbzeit! Die letzten drei Monate vergingen gefühlt noch schneller als die ersten, was vermutlich daran liegt, dass mittlerweile der Alltag eingekehrt ist. Die täglichen Aufgaben wie Kinder zur Schule bringen und abholen, beim Kochen helfen, Wäsche waschen, Fegen, Spülen und bei den Hausaufgaben helfen sind mit der Zeit in Fleisch und Blut übergegangen.
Da unser Tagesablauf sich nicht groß verändert hat, will ich dieses Mal eher auf unsere Freizeit eingehen. Denn trotz unserer 40-Stunden-Woche und sämtlichen Überstunden haben wir vor allem am Wochenende freie Zeit, die wir hauptsächlich zum Reisen verwenden und außerdem stand über Silvester endlich unser erster Urlaub an!

Diesen ersten Urlaub, vom 31. Dezember bis zum 5. Januar, begannen wir am Strand von Puerto López, wo wir uns mit unseren Freunden (alles deutsche Freiwillige, die wir am Weltwärtstag kennengelernt haben) getroffen haben um gemeinsam Silvester zu feiern. Das war ein unbeschreibliches Erlebnis: das neue Jahr mit kurzen Kleidern im Meer stehend zu begrüßen, statt mit der Winterjacke im kalten Deutschland, und anschließend barfuß am Strand zu tanzen! Trotz mehrerer Stromausfällen war die Stimmung genial und wir alle waren richtig froh uns für dieses Jahr hier in Ecuador entschieden zu haben.
Die nächsten Tage haben wir verwendet um die Sonne zu genießen und den wunderschönen Strand Los Frailes im nahegelegenen Naturschutzgebiet zu besuchen.
Am 2. Januar ging es dann für Antonia, Patricia und mich weiter nach Kolumbien zum Karneval, wobei Antonia und ich einen Umweg fahren mussten, da es nicht mehr genug Plätze im Bus nach Quito gab. Daher kamen wir erst nach ca. 24 Stunden am Grenzkontrollpunkt in Tulcán an, wo wir zuerst auf ecuadorianischer Seite anstehen mussten um den Ausreisestempel zu bekommen und daraufhin noch ewig auf kolumbianischer Seite auf unseren Einreisestempel warten durften. Bis auf diese lange Wartezeiten war der Grenzübergang aber problemlos. Am Abend des 3. Januars kamen wir dann endlich in Ipiales an, der ersten Stadt auf kolumbianischer Seite. Dort haben wir uns nach erfolgreicher Hotelsuche sofort ins Karnevalgeschehen gestürzt. In einem abgesperrten Bereich war eine riesige Bühne aufgebaut, auf welcher durchgehend mit Livemusik für Stimmung gesorgt wurde, während auf dem Platz getanzt, getrunken, gegessen und mit Sprühschaum und Fingerfarben 'gespielt' wurde. Aus diesem Grund war man bereits kurz nach dem Betreten dieses Platzes voller Schaum und Farbe. Das konnten wir natürlich nicht unbewaffnet über uns ergehen lassen, daher haben wir uns sofort mit einer riesigen Sprühschaumflasche ausgestattet und sind auf in Schlacht! Am Ende waren unsere Gesichter voll schwarzer Farbe und alles andere voller Schaum.
Am darauffolgenden Tag sind wir nach Pasto gefahren, dem Karnevalsort schlechthin. Auch hier gab es einen speziell abgesperrten Platz auf dem neben Fingerfarben und Sprühschaum auch noch Mehl zum Einsatz kam. Dieses Mehl, das den gesamten Boden weiß gefärbt hat, sah erstens aus wie Schnee, sodass wir doch noch in Winterstimmung kamen und zweitens ist es durch den Schaum super an Gesicht und Haaren kleben geblieben, sodass wir endlich mal nicht die einzigen Weißen waren! Denn genau dies ist der Sinn des berühmten „Carnaval de Blancos y Negros“, (zu Deutsch : Karneval der Weißen und Schwarzen): innerhalb von diesen Tagen soll es keine Rassen geben, denn alle werden durch Fingerfarben und Mehl entweder schwarz oder weiß - unabhängig von der eigentlichen Hautfarbe. Mit dieser Intention im Hinterkopf hat der Karneval noch viel mehr Spaß gemacht! Außer diesem Urlaub gab es noch ein weiteres echtes Highlight in diesen Monaten: eine Pyjamaparty in meiner casa familia!
Am Samstag, den 24. Januar, habe ich, nach ewigem Fragen „meiner“ Kinder, endlich beschlossen in der casa zu übernachten und damit auf einen Wochenendausflug zu verzichten. Das hat nicht nur die kleinen Kinder sondern auch die zwei großen Jungs, die educadora und natürlich vor allem mich gefreut. Deshalb haben wir diese Übernachtung kurzerhand in zu einer waschechten Pyjamaparty umgewandelt:
Damit es zur Feier des Tages auch ja etwas ganz besonderes zu Essen gibt haben wir extra Pommes Frites selbstgemacht und salchichas (=Würschten) gebrutzelt, die wir dann zu dem üblichen Reis gegessen haben, auf welchen natürlich nicht verzichtet werden kann. Danach haben wir - wie es sich für eine solche Party gehört – alle zusammen Filme geschaut, natürlich mit selbstgemachtem Popcorn und Chips, die ich mitgebracht habe, damit auch das Knabbern vor dem Fernseher garantiert ist. Selbstverständlich mussten sich davor alle ihre Schlafanzüge anziehen, denn meine educadora meinte zu mir sie wäre selbst noch nie auf einer Pyjamaparty gewesen. Daher musste unbedingt alles so sein wie bei den typischen „american sleepoverpartys“, die immer in den Filmen vorkommen. Im Fernsehen gibt es hier nämlich neben den landeseigenen telenovelas meist US-amerikanische Sendungen und Filme, denen hier ziemlich offensichtlich nachgeeifert wird, was mir bei dieser Übernachtung nochmal viel deutlicher wurde.
Später haben wir das Matratzenlager im Mädchenzimmer aufgebaut, wo ich schlafen durfte. Dort hat die educadora die obligatorische „Gute-Nacht-Geschichte“ vorgelesen, welche von ausgedachten Gruselgeschichten meiner Mädchen unter der Bettdecke gefolgt wurde. Weil die 4- und 5-jährigen dabei jedoch ziemlich Angst bekommen haben, wurde noch eine kurze Geschichte zur Beruhigung gelesen und dann das Licht ausgemacht um zu schlafen.
Diese Nacht war nur leider nicht so unglaublich erholsam für mich, da ich von den Mädels ziemlich zerdrückt wurde, weil sie mich unbedingt durchgehend umarmen mussten, sodass ich nicht zu sonderlich viel Schlaf kam. Vor allem nicht, als ich mitten in der Nacht plötzlich etwas Nasses gespürt habe, weil die 5-Jährige B. , die neben mir lag, nicht schnell genug den Weg zur Toilette gefunden hat. Daher musste ich auf unseren Matratzen notdürftig Decken auslegen, damit wir alle in Ruhe und im Trockenen weiterschlafen konnten. Trotzdem war die Übernachtung sehr schön auch wenn mein Schlafanzug danach nicht mehr ganz so gut gerochen hat und ich dringend eine Dusche nötig hatte. Denn es war richtig toll zu sehen wie sehr sich die Kinder gefreut haben, wie viel Spaß es uns allen gemacht hat und wie sie sehr wir uns in dieser Zeit nun doch schon ins Herz geschlossen haben.

Ich hoffe auf weitere schöne Momente in den nächsten Monaten, denn auch wenn hier nicht immer alles nach Plan läuft ist es ein unglaubliches Erlebnis dieses Jahr in Ecuador verbringen zu können und es wird uns sicher ewig in Erinnerung bleiben.

 

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