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Antonia Freudenberger - 1.Bericht

Hola,

nun bin ich schon seit drei Monaten in Ecuador. Und immer wieder kommt die Frage von meinen Freunden und Bekannten , was genau machst du eigentlich bei deiner Arbeit? Hier ist die Antwort.
5.25 Uhr: Ich liege in meinem Bett und bin noch am Schlafen. Noch, den fünf Minuten später beginnt das morgentliche Tierkonzert: Kikeriki,wau,wau,kikeriki,... und reißt mich aus dem Schlaf.Ich drehe mich und versuche nochmal etwas zu schlafen, doch schon höre ich die Nachbarin krächzen: „A dentro!A dentro!“( Nach drinnen ) Und ihre bellende Hunde bewegen sich nur widerwillig wieder ins Haus.

Um 6.15 Uhr muss ich dann endgültig aus dem Bett und mich für die Arbeit richten. Wobei ich dabei von Tag zu Tag nachlässiger werde: Mittlerweile greife ich einfach nur irgendetwas aus meinem Schrank bzw. meiner Schrankhälfte. Was man morgens trägt ist hier in Ecuador nämlich so ziemlich egal, da ich jeden Morgen mehrere Mütter sehe, die noch ihre Fleeceschlafhosen tragen,wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen. 15 Minuten später muss ich auch schon los zum Casa los Ceibos, in dem ich arbeite.
Im Haus leben derzeit 9 Kinder im Alter von 3- 17 Jahren,die aufgrund von familiären Problemen nicht mehr zu bei ihren Eltern leben dürfen bzw. können. Die Grunde sind sehr unterschiedlich, so gibt es Kinder, deren Eltern aufgrund von Drogenkosum oder Alkohlkonsum nicht mehr in der Lage sind sich um ihre Kinder kümmern können, bei anderen sind die Eltern im Gefängnis und wieder andere Kinder wurden von ihren Eltern missbraucht.
Die Organisation Fundacion Cristo de la Calle schenkt diesen Kindern ein Zuhause und ein Art Ersatzfamilie. Am Casa angekommen werde ich freudig von zwei Hunden, die im Haus wohnen begrüßt. Dann folgt ein „Buenos dias. Como están?“ von der Erzieherin und als nächstes ruft eine pipsige Kinderstimme : Quieres desayuno ?( Möchtest du Frühstück?)

Am Anfang habe ich nie verstanden was der kleine Junge mit der pipsigen Stimme von mir wollte, doch mittlerweile sage ich immer: Si, por favor. ( Ja,danke). Und mir wird ein Teller mit zwei Yuka Tortillas, ein Spiegelei und eine Fruchtcolada gebracht. Yuka ist hat die Form einer Gurke,ähnelt von der Konsistenz einer Kartoffel und die Schale erinnert an eine Baumrinde.Natürlich gibt es nicht jeden Tag das gleiche zum Frühstück aber es wird jeden Morgen etwas gekocht!!Generell unterscheidet sich das Frühstück aber sehr von dem „Deutschen Frühstück“ da es meist sehr deftig ist , z.B. gibt es auch manchmal einfach die Reste vom Mittagessen oder es werden Empanadas( in Fett ausgebackener Mehlteig) serviert. Frisch gestärkt gehe ich bzw. renne ich mit den älteren Kindern zu Schule. Nachdem die Kinder gut in der Schule angekommen sind, geht es für mich erst ein Mal wieder nach Hause in die WG. Die nächsten vier Stunden habe ich „Freizeit“ , wenn ich nicht gerade Spanischunterricht habe, Rechnungen bezahlen muss oder meine Zimmerhälfte aufräumen muss.In Ecuador werden Mietkosten, Wasser-,Licht-, Strom-, und Internetrechnungen nämlich nicht wie in Deutschland vom Konto abgebucht, sondern müssen jeden Monat direkt bezahlt werden. Es gibt dafür extra Geschäfte und auch bei einige Apotheken hat man die Möglichkeit seine Rechnungen zu begleichen. Dennoch bleibt genügend Zeit zum skypen, lesen, einkaufen, malen und für sonstige Dinge.

Um kurz vor 12.00 Uhr muss ich dann wieder richten: Nochmals umziehen , da es mittlerweile sehr warm geworden ist , meine Flasche abfüllen , Handy und Foto einpacken und los geht’s. An der Schule angekommen haben, heißt es für mich und ein Horde von Eltern erst einmal warten. Viele Eltern haben ihre Schlafanzugfleecehosen gegen Sportleggins und enge anliegende T-Shirts ausgetauscht. Aber es gibt auch einige Mütter, die traditionell ecuadorianische Kleidung tragen. Diese besteht aus einem einfarbigen Plisseerock, einer weißen Bluse mit Stickereien, einer Goldkette und schwarzen Sandalen. Als dann endlich das Tor zur Schule geöffnet wird, strömen alle in den Schulhof. In der Schule werde ich schon erwartet und werde mit „Hallo.Kannst du bitte meinen Rucksack und den meiner Freundin nehmen. Wir wollen nämlich spielen.“ begrüßt. Ohne meine Antwort abzuwarten werden mit zwei Rücksäcke in die Hand gedrückt und die zwei Kinder sind schon auf dem Weg zur Schaukel. 20 Minuten spiele ich dann die tolle Spielbetreuung, die Kinder gespaßt, die Schaukel anschupst und Fangen spielt. Nach ca. 20 Minuten aber heißt es „Vamos!!!“denn dann kommen die restlichen Kinder und wir machen uns auf den Weg zum Haus. Auf dem Weg zum Haus kommen wir bei unzähligen Tiendas ( kleine Läden) vorbei,in die Kinder nur zu gerne gehen wurden um sich Eis, Süßigkeiten oder Knabberzeug zu kaufen.So bin fast den ganzen Weg damit beschäftigt meine Kinder davon abzuhalten wegzurennen oder stehen zu bleiben. Am Haus angekommen werden die Löffel verteilt und die Suppe ausgeschöpft, denn in Ecuador gibt es zum Mittagessen immer als Vorspeise eine Suppe. Die Suppe besteht meist aus Haferflocken, Kartoffelstücken, Karotten, Gewürzen und viel Öl. Als Hauptspeise wird eigentlich fast jeden Tag Reis serviert und dazu entweder Linsen oder Bohnen , Fleisch und ein Stück Platano( angebratene Kochbanane).Zum Trinken wird extra ein Saft aus frischen Früchten gemacht. Wenn alle Kinder gegessen habe und ihre Teller abgespült haben ( was sie leider nicht immer machen wollen) bin ich für den Rest des Abwasches zuständig. Ein Berg von Töpfen,Teller und Besteck wartet jeden Tag auf mich.
Nach einer kurzen Pause bin ich wieder gefragt, diesmal stehen die Hausaufgaben an. Wie in Deutschland müssen die Kinder Mathe- und Sachkundeaufgaben machen und Lesen und Schreiben lernen. Aber es gibt auch immer wieder „Bastel- und Malhausaufgaben“ in dem Fach Naturkunde. Dafür müssen die Kinder z.B. eine Pflanzen großziehen oder ein Raketenmodell basteln.Es gibt aber auch einige Aufgaben, die für die Kinder zu schwer sind, so müssen die Eltern,an meinem Fall die Erzieherin oder ich die Aufgaben erledigen. So habe ich z.B. schon zwei Mal eine Weltkarte, eine Landkarte von Ecuador abzeichnen müssen und ein Planetensystem gebastelt. Viele Kinder benötigen oft den ganzen Nachmittag um ihre Hausis zu erledigen, sodass zum Spielen nur noch ca. 1 Stunde bleibt bis es schon wieder Abendessen gibt. In dieser Zeit spiele ich mit den Kindern Verstecken, male und bastele mit ihnen und schaue den älteren Kinder beim Computerspielen zu. Zudem helfe ich immer noch bei der Wäsche, beim Putzen und bei sonstigen Haushaltsaufgaben mit. Aber trotzdem wird es nie langweilig und es gibt immer wieder Überraschungen : Manchmal kommt es z.B. vor, dass wir spontan eine Wasserschlacht oder Kissenschlacht anzetteln und durch das ganze Haus bzw. durch den Garten rennen. Oder ein Mal ist ein Luftballon beim Bemalen geplatzt so dass meine gesamte Kleidung grün gesprenckelt war und ich deshalb Kinderkleidung geschenkt bekommen habe.
Zum Abendessen wird auch nochmal gekocht!!!Ich finde es bewundernswert, dass die Erzieherinnen und ein Großteil der ecuadorianischen Mütter sich jeden Tag, die Mühe machen um drei Mal am Tag zu kochen.Meist werden abends die Reste, Kartoffeln, Suppe oder Tortillas serviert und dazu ein Tee oder ein Colada ( natürlich auch wieder selbstgemacht). Nach dem Essen sitzen wir oft noch alle am Tisch reden oder schauen zusammen der „rosarote Panter“ ( die Lieblingssendung meiner Kinder) , eine Telenovela oder tanzen zu Salsa Musik.
Gegen 20.00 Uhr müssen die Kinder dann ins Bett und ich mache mich auf den Heimweg. Ich hoffe ich konnte eure Frage gut beantworten und habe den zukünftigen Freiwilligen Lust auf Ibarra gemacht.

Letzte Änderung am Dienstag, 19 Januar 2016 20:16

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