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Maria Valtchuk - 3.Bericht

Jetzt sind es nur noch 2 ½ Monate, die mir hier in Ecuador bleiben. Immer öfter werde ich gefragt: „Wie lange bleibst du noch?“ Auf meine Antwort wird immer überrascht reagiert. Wie schnell doch ein Jahr vergeht! Jeden Tag denke ich darüber nach, was es bedeuten wird wieder zurück nach Deutschland zu kommen und mein „ecuadorianisches Leben“ hinter mir zu lassen. Außerdem denke ich immer darüber nach, wie viel ich in diesem Jahr erlebt habe und erleben durfte. Ich glaube aber, dass mir das im Moment alles noch gar nicht so bewusst ist. Gerade stehe ich hier nämlich noch mitten im Alltag, d.h. Jeden Tag unter der Woche die Arbeit in der Fundación und am Wochenende so oft es geht unterwegs zu sein, sei es in Quito selbst oder irgendwo sonst im Land. Schon nach einigen Monaten habe ich mir versucht vor Augen zu führen, wie es würde, wenn ich morgens nicht durch die Fundación laufe und jedes Kind, jede Tia, jeden mir bereits liebgewonnen Menschen begrüße und mit jedem ein Schwätzchen halte. Es ist und war einfach unmöglich mir das vorzustellen und ich bin immer wieder überwältigt von diesem Gefühl von „Heimat“, das mich überkommt, wenn ich die Fundación betrete. Denn egal was mir in diesen vergangenen 9 ½ Monaten Kummer oder Sorgen bereitet hat, so war es selten so, dass ich mich auf der Arbeit schlecht gefühlt habe, wegen der Arbeit. Meistens war es so, dass ich während meiner Arbeitszeit Dinge, die mich Außerhalb beschäftigt haben, vergessen konnte. So gab es zum Beispiel eine Zeit, in der ich mich einsam gefühlt habe und zwar nicht, weil ich niemanden zum Reden hatte, sondern, weil ich sehr wenig Kontakt zu weiblichen Personen in meinem Alter hatte. Ich bin sehr froh darüber, mit Nico und Neil in einer WG zusammenzuleben, aber nach ein paar Monaten als einziges Mädchen, habe ich mich so gefühlt, als würde mir etwas fehlen. Trotzdem ist es immer gut zwischen uns 3en gelaufen und auch die beiden meinten irgendwann: „Maria, fehlt dir denn keine weibliche Gesellschaft?“ oder „Wird es dir nicht langsam zu viel mit uns?“. Meine Antwort: Zu viel wurde und wird es mir nicht, aber wie gesagt, es hat mir gefehlt. Zum Glück hat sich das geändert, da wir nun eine ecuadorianische Mitbewohnerin haben. Aber wie gesagt obwohl ich mich so gefühlt habe, habe ich das innerhalb der Fundación vergessen können. Wie bereits am Anfang erwähnt, sind wir in den letzten Monaten auch viel gereist. So habe ich nicht nur Ecuador sehen können, sondern war auch in Peru, wo ich Weihnachten mit meiner Zwillingsschwester Anna verbrachte, und in Kolumbien. Aber auch in Ecuador war ich schon viel unterwegs. Es ist so unkompliziert hier herumzukommen, für uns Europäer, mit wenig Geld. Irgendwie hat das Reisen für mich aber immer auch einen bitteren Beigeschmack, denn ich denke mir: Ich komme hier her um zu arbeiten und habe am Ende doch viel mehr vom Land und vom Kontinent gesehen, als die meisten Hiesigen in ihrem ganzen Leben hier. Ich weiß nicht, ob das nicht irgendwie ungerecht ist. Jedes mal, wenn ich von einem Ecuadorianer gefragt werde, was ich schon gesehen habe und dann aufzähle: Tulcán, Ibarra, Otavalo, Cotopaxi, Mindo, Banos, Canoa, Mompiche, Puerto López, die Isla de la Plata, Misahualli, Tena, El Limonal, Pululahua. Cusco, Machu Picchu, Barranquilla, Medellín und Santa Marta. Jedes mal bekomme ich dann gesagt: „Was hast du nur für ein schönes Leben. Arbeiten und Reisen. Das hätte ich auch gerne.“ Und sie haben Recht damit, denn die meisten Ecuadorianer arbeiten so hart, damit sie ihren Kindern ein besseres Leben, eine gute Bildung und etwas Komfort bieten können und haben am Ende doch weniger als wir Freiwilligen. Ich weiß nicht, ob ich mich schlecht fühlen soll deswegen, oder einfach nur unheimlich dankbar sein kann dafür, dass ich ein Jahr meines Lebens hier verbringen durfte und so vieles gesehen habe und hoffentlich noch sehen werde. Es ist glaube ich wichtig nicht komplett ignorant und ohne Feingefühl durch seinen Freiwilligendienst zu gehen, sondern auch nach außern zu tragen in welch einer privilegierten Situation man ist, um den Einheimischen nicht auf den Schlips zu treten und ihnen das Gefühl zu geben: Haha wir sind die Reichen aus dem Westen und helfen euch armen kleinen mal ein bisschen, aber lassen es uns dafür auch richtig gut gehen. Ich muss sagen, ich bin immer noch und jeden Tag mehr dankbar dafür, dass ich hier bin und auch froh darüber, dass ich mich zu einem Freiwilligendienst mit weltwärts entschlossen habe. Mir hat meine Arbeit in der Fundación zum Beispiel auch geholfen meinen späteren Berufswunsch zu finden. Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, möchte ich Rehabilitationspädagogik in Berlin studieren, um weiter mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten, aber auf professionellere Art und Weise. Damit ich eines Tages wiederkommen kann, um die Fundación gekonnter zu unterstützen. Jetzt bin ich aber noch hier und genieße meine letzten Monate, denn egal wie oft ich an die Rückkehr denke, realer wird sie dadurch nicht!

 

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