✉ info@ecuador-connection.org

☎ (+49) 30/43 65 55 88

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Caroline Pfeifer - 1. Bericht

Weltwärtstag in Quito

Es gäbe wohl viel zu berichten über die Anfangszeit hier in Ecuador, aber mein erster Bericht soll sich um den „Día weltwärts“ am 18.10. in Quito drehen. Zu diesem Event wurden alle deutschen Freiwilligen eingeladen, die vom BMZ über das Programm „weltwärts“ gefördert werden. Es kamen dann auch ca. 130 Freiwillige aus allen Ecken Ecuadors zusammen. Es gab die Möglichkeit, in der „Casa de Espiritualidad“, indem alles stattfand, am Abend vorher zu übernachten. Ich machte mich auch schon Donnerstag Abend auf den doch recht kurzen Weg von Ibarra nach Quito (ca. 2 1/2h) und übernachtete in der anderen Freiwilligen-WG. Am Freitag Morgen machte ich mich dann auf zu dem Veranstaltungsort. Auf der Einladung stand, dass man zwischen 9.30 und 10 Uhr ankommen sollte, wenn man noch frühstücken wollte. Ich kam dann also „pünktlich“ zum Frühstück an und traf schon im Bus den ersten anderen Freiwilligen. Nach dem Essen gab es zuerst eine Begrüßung durch die Veranstalter und ein kleines Kennenlernspiel. Wir mussten uns zu bestimmten Fragen im Raum in Gruppen zusammenfinden. Die Fragen waren zum Beispiel: In welcher Stadt in Ecuador  lebst du? Wie alt bist du? Woher aus Deutschland kommst du? Dabei konnte man sich in den entstanden Gruppen kurz unterhalten. Ich fand es sehr spannend zu sehen, dass der Großteil der Freiwilligen zwischen 18 und 19 Jahren alt war, in Quito lebten und hauptsächlich aus den alten Bundesländern kam. Danach hielt der deutsche Botschafter eine kurze Rede an uns und beantwortete Fragen. Ich fand es sehr interessant mehr über seine Biografie zu erfahren. Er wurde erst vor ca. 1 Monat in dieses Amt berufen und gab zu noch nicht so viel vom Land zu kennen und auch noch nicht so gut Spanisch zu sprechen. Auf die Frage wie viele Sprachen er fließend könne antwortete er  mit: 9!
Danach gab es 4 verschieden Workshops, die jeweils 1 1/2h dauerten. Ich ging zu einer Diskussion zum Thema Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Ecuador und dann zu einem Vortrag über die Arbeit der Vereinten Nationen. Dabei konnte man schon etwas mehr in Kontakt zu den anderen Freiwilligen kommen.
Um 13 Uhr gab es das Mittagessen, das etwas chaotisch organisiert war, aber am Ende sind wohl alle noch satt geworden. Im Anschluss daran konnte man wieder zwischen 4 Workshops wählen. Ich ging zuerst zu einem Vortrag über die kulturelle Vielfalt in Ecuador und danach zu einem Vortrag von der Friedrich Ebert Stiftung über die politische Situation in Ecuador.
Den Vortrag zum Thema kulturelle Vielfalt fand ich persönlich am interessantesten. Es ging dabei aber nicht nur um die Vielfalt, sondern auch um den Umgang damit. Der Dozent ging hierbei auf das Thema Rassismus in der Gesellschaft ein. Er sagte, dass es hier doch noch viel Rassismus gebe, der aber von staatlicher Seite versucht werde zu überwinden. Die Schulbücher seien so angelegt, dass die diskriminierten Minderheiten dieser Gesellschaft (Schwarze und Indigene) gleichwertig gegenüber der Mehrheit („Mestizen“*) dargestellt würden. Trotzdem sei dieser Prozess der Gleichstellung noch lange nicht beendet. Ich denke, jede_r Freiwillige_r wird mit diesem Thema konfrontiert werden. In der Fundación z.B. arbeite ich mit kolumbianischen Flüchtlingen zusammen, die mir schon einige Geschichten erzählt haben, wie sie hier diskriminiert werden (obwohl diese Diskriminierung eher unter Fremdenfeindlichkeit und nicht unter Rassismus fällt). Zum Schluss gab es dann auch noch ein gemeinsames Abendessen.
Alles in allem kann ich nur jedem Freiwilligen empfehlen daran teilzunehmen. Ich konnte mich mit Anderen über die Zeit hier austauschen und habe die unterschiedlichsten Geschichten gehört. Sehr spannend war z.B. die Begegnung mit einer Freiwilligen, die in einem abgelegenen Dorf arbeitet, indem hauptsächlich Indigene wohnen. Sie sagte, sie müsse zwei neue Sprachen hier lernen: Spanisch und Quichua. Wir haben unsere Mailadressen ausgetauscht und ich hoffe, ich kann sie bald noch besuchen.
Natürlich ist es etwas zu wenig Zeit an einem Tag mit 130 Anderen in Kontakt zu kommen, aber an sich ist es eine gute Gelegenheit andere Freiwillige kennenzulernen. Es war auch interessant zu sehen, wie viel unterschiedliche Organisationen hierher entsenden: SCI, IJGD, VASE, um einige große Organisationen zu nennen. Aber auch kleinere Vereine, wie „Schutzwald“ und die „Ecuador Connection“ :).

*Ich verwende den Begriff „Mestize“, aus folgenden Gründen: Im Duden wird der Begriff so definiert: „Nachkomme eines weißen und eines indianischen Elternteils (besonders in Lateinamerika)“, mit dem Zusatz: „Die Bezeichnung Mestize, Mestizin entstammt der Kolonialzeit; sie wird häufiger als rassistisch und damit als diskriminierend empfunden. Da jedoch keine Ausweichbezeichnung existiert, werden die Wörter in bestimmten Kontexten (wie z. B. in Bevölkerungsstatistiken) gleichwohl noch verwendet.“
Ich verwende den Begriff in diesem Bericht, weil der Dozent ihn auch verwendete und ich ihn damit zitiere.

 

Logo weltwaerts

Quifd Siegel Freiwilligendienst

ventao logo